Nina Welch-Kling: New York Stories – Ausstellung des Kunstvereins Schweinfurt

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Ausstellung des Kunstvereins vom 28. Mai bis 25. August 2024 im Kunstsalong. Fotos: Nina Welch-Kling

Die Ausstellung „New York Stories” – Straßenfotografie von Nina Welch-Kling –  wurde am Sonntag, 26. Mai 2024 mit einer beeindruckenden Vernissage im Kunstsalong des Kunstvereins Schweinfurt eröffnet. Karl-Heinz Körblein begrüßte die überaus zahlreich erschienen Gäste, Kurator Michael Pfister führte in die Ausstellung ein.
Anschließend war im Innenhof der Kunsthalle bei strahlendem Sonnenschein Gelegenheit, sich gut zu unterhalten und am Buffet zu stärken – den musikalischen Rahmen gestalteten „Mad Bob” und Fritz Wenzel.

Ab Dienstag, 28. Mai 2024, ist die Ausstellung bei freiem Eintritt nun für alle interessierten Besucher zugänglich. Unser Tipp: Auf keinen Fall versäumen.

Nina Welch-Kling ist gebürtige Schweinfurterin und studierte nach ihrem Abitur am Olympia-Morata-Gymnasium Kunst am Institute of Art in Chicago und anschließend Architektur an der University of California in Los Angeles. 1995 zog sie nach New York, wo sie als Architektin und Künstlerin tätig war.

Vor zehn Jahren kam sie über die Malerei zur Straßenfotografie. „Ursprünglich kreierte ich von meinen Fotografien Ölbilder. Dabei stellte ich fest, dass mir das Fotografieren sehr viel mehr Freude bereitete als das Malen selbst. So hat mich eine Kunst zur nächsten gebracht“, begründet sie diese Entwicklung. Und es war die Straßenfotografie, die sie faszinierte. Dabei hat sie keine bestimmten Bildideen im Kopf, sondern sie hält Ausschau nach ungewöhnlichen Details im Straßenleben.

Abgebildete Personen spielen eine Nebenrolle: „Bevor ich das Haus verlasse, überlege ich mir, in welchem Teil der Stadt das Wetter alltägliche Szenen am besten inszeniert. Interessante Menschen kann ich überall finden, aber ich liebe das Licht. Es kann Gewöhnliches in etwas Besonderes verwandeln.“, erklärt sie.
Dabei betont sie, dass ihre Fotografien nicht direkt mit der Stadt New York zusammenhängen. Diese Stadt biete natürlich eine fantastische Kulisse. Aber es käme für sie und ihre Arbeit auch jede andere Stadt auf der Welt in Frage.
Ihre Fotografien sind Lichtspielereien, in denen Personen eine Nebenrolle spielen und in der Regel anonym gehalten werden. Sie zeigen oft Fragmente mit einer Geste oder einem Detail, das aus dem Alltagsbild herausragt. Das Gesamtbild lässt den Betrachtenden den nötigen Raum, um die eigene Fantasie zu aktivieren.

Straßenfotografie zeichnet sich durch Authentizität und Unmittelbarkeit aus: Straßenfotografie erzählt Geschichten und macht eine Fiktion aus Elementen, die in der realen Welt zu finden sind. Es sind immer Momentaufnahmen, die das Hier und Jetzt festhalten. Im 20. Jahrhundert hat sich die Straßenfotografie als eigenständige Kunstform entwickelt. Dabei werden meist Menschen, Architektur, Straßenszenen und städtische Landschaften abgebildet, um die Dynamik, Emotionen und sozialen Interaktionen des Stadtlebens festzuhalten. Die Straßenfotografie ist nicht inszeniert und zeichnet sich durch ihre Authentizität und Unmittelbarkeit aus.

Nina Welch-Kling gehört spätestens seit dem Erscheinen ihres in der Fotoszene vielbeachteten Bildbands „Duologues“ zu den international bekannten Namen der Street Photography. In ihrem Buch ergänzt sie die Straßenfotografie um einen neuen künstlerischen Aspekt: Sie vereint jeweils zwei Fotografien zu einem festen Diptychon und erschafft dadurch einen visuellen Dialog zwischen zwei Bildern, der beim Betrachten neue Dimensionen eröffnet.

„Als ich vor gut einem Jahr zufällig im Internet ihre Bilder entdeckt, reifte bei uns im Vorstand schnell die Idee einer Fotoausstellung. Bereits bei der ersten Kontaktaufnahme ließ sich Nina Welch-Kling für eine Ausstellung in ihrer Heimatstadt begeistern. Die Ausstellung wird auf große Resonanz stoßen – nicht zuletzt, weil Nina Welch-Kling ihre Bilder zum ersten Mal in ihrer Heimatstadt zeigt“, erklärt Kurator Michael Pfister.

Vielfältige Aktivitäten rund um die Ausstellung: Bereits im Vorfeld der Ausstellung bot Nina Welch-Kling für Interessierte eine Tour durch die Schweinfurter Innenstadt an, um die Arbeitsweise einer Street Fotografin in der Praxis erlebbar zu machen – um die 40 begeisterte Amateur-Fotografinnen und -fotografen nahmen teil

Die beiden besten Bilder der Teilnehmer werden vom SKF Fotokreis Schweinfurt und von Nina Welch-Kling prämiert. Mehr dazu auf der Homepage des Kunstvereins www.kunstverein-schweinfurt.de – dort wurden bereits Fotos von Nina Welch-Kling mit Motiven aus Schweinfurt veröffentlicht.

Darüber hinaus konnte die Künstlerin – auf Initiative von Tiffany Baysden, der Kunstlehrerin der Olympia-Morata-Schule und ihrer ehemaligen Lehrerin Johanna Bonengel – kunstinteressierten Schülerinnen und Schülern ihre Bilder erläutern und über ihre Arbeit als Fotokünstlerin berichten.

Erneut wird der Kunstverein mit dem Schweinfurter Stadttheater kooperieren und ab September mit Beginn der neuen Spielzeit Fotos auch in der Theaterspielstätte im Ev. Gemeindehaus zeigen. „Wir sind dem Intendanten des Schweinfurter Stadttheaters Dr. Christof Wahlefeld sehr dankbar, dass wir die Werke im Anschluss an die Ausstellung im Kunstsalong somit auch den Theaterbesuchern zeigen können“, freut sich Michael Pfister.

Die Ausstellung „New York Stories” ist vom 28. Mai bis 25. August 2024 im Kunstsalong der Kunsthalle Schweinfurt zu sehen.
Öffnungszeiten: täglich außer Montag von 10 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr.