Schweinfurter Frauenhaus für die Region Main-Rhön

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F. Andreas Erbar

Gertrud Schätzlein, die langjährige Leiterin des Frauenhauses und erste hauptamtliche Mitarbeiterin hat sich nach 38 Jahren unermüdlichen Einsatzes aus der aktiven Arbeit zurückgezogen. Gewalt im sozialen Nahbereich zu bekämpfen war ihre Lebensaufgabe, heißt es im Jahresbericht des Trägervereins Frauen helfen Frauen für das Jahr 2019. Außerdem ist Ulrike Herold nach fast 17 Jahren in den Ruhestand gewechselt. Sie bleibt dem Frauenhaus noch für die ehrenamtliche Rufbereitschaft erhalten.

Der Verein Frauen helfen Frauen bot im vergangenen Jahr im Frauenhaus 51 Frauen mit 44 Kindern Schutz, Unterstützung und Beratung. Das ambulante Beratungsangebot wurde fast ausschließlich von gewaltbetroffenen Frauen aus der Region Main-Rhön in Anspruch genommen. Betroffene aus den weiter entfernten Landkreisen nutzten die persönliche und telefonische Beratung weitaus seltener.

Die proaktive Beratung durch Vermittlung der Polizei wurde 2019 mehrheitlich von Frauen aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld genutzt, gefolgt vom Landkreis Bad Kissingen, Schweinfurt und der Stadt Schweinfurt.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer pro Bewohnerin stieg auf knapp 79 Tage, was mehr als 2,5 Monaten entspricht (Vorjahr: 68 Tage), so dass weniger Frauen und Kinder einziehen konnten als im Vorjahr. Mit beinahe 79 Prozent ist der Anteil der Bewohnerinnen aus unserer Region stark gestiegen (Vorjahr 63,5 Prozent).

Im Jahresdurchschnitt waren die 12 Frauenplätze zu annähernd 89 Prozent ausgelastet (Vorjahr: alle Plätze zu 85 Prozent) und die der Kinder in diesem Jahr nur zu etwas mehr als 58 Prozent. Der Trägerverein bedauert, dass wieder 81 Frauen eine Aufnahme verwehrt werden musste. 38 Abweisungen erfolgten infolge Platz- oder Personalmangel, davon stammten 10 Nachfragerinnen aus dem Einzugsgebiet Main-Rhön. Es galt 93 Ein- und Auszüge zu bewerkstelligen, was die Notwendigkeit einer Hauswirtschafterin einmal mehr untermauert.

Die Anzahl der persönlichen Beratungen in den Räumen der zentral gelegenen Beratungsstellen steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent und die Telefonberatungen um 28 Prozent. Von den letztgenannten wurden 22,7 Prozent mit Frauen aus der Stadt Schweinfurt geführt (Vorjahr: 30,3 Prozent). Aus dem Landkreis Schweinfurt kamen 30,9 Prozent der telefonisch Beratenden, aus Landkreisen Bad Kissingen, Haßfurt und Bad Neustadt betrug die Inanspruchnahme insgesamt lediglich 35 Prozent.

Das hochwertige Angebot einer durchgängigen Erreichbarkeit rund um die Uhr für die Bewohnerinnen des Frauenhauses, für von Gewalt bedrohte und betroffene Frauen und ihre Unterstützungspersonen (mit inbegriffen die Polizei, Jugendämter und andere Institutionen) wurde mit großem Engagement aller ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen sichergestellt. Hierfür wurden insgesamt 5562 Stunden nachts, am Wochenende und an Feiertagen Bereitschaftsdienst aufgewendet.

Der ausführliche Jahresbericht des Trägervereins kann hier als pdf heruntergeladen werden: