Handbuch für „Gutes Bauen im Landkreis Schweinfurt“ veröffentlicht

200

Die regionale baukulturelle Identität bewahren: Altes schätzen und Neues schaffen.

Landauf, landab nimmt die Zahl der identitätslosen Häuser zu. Vielen Gebäuden fehlt der regionale Bezug. Die Unverwechselbarkeit vieler fränkischer Orte geht dabei immer mehr verloren – das betrifft auch den Landkreis Schweinfurt. Mit einem nun veröffentlichten Baukulturhandbuch möchte der Herausgeber – das Regionalmanagement des Landratsamtes Schweinfurt – den Blick für regionaltypisches Bauen schärfen und zeigen, wie fränkisches und modernes Bauen gut zusammengeht.

Das Handbuch „Gutes Bauen im Landkreis Schweinfurt – Altes schätzen und Neues schaffen“ erklärt, gibt Tipps und Empfehlungen, soll Mut machen für regionales Bauen – und vor allem Lust darauf. Es richtet sich an alle, die ihr Dorf und die bebaute Umwelt verändern und gestalten. Dabei lieferte Theodor Heuss – der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland – mit seinen Worten „Nur wer weiß, woher er kommt, weiß, wohin er geht“ die grundlegende Idee für die Inhalte des Baukulturhandbuchs.

In sechs Kapiteln wird ein Rundgang um Haus, Hof und Garten, vom Sockel bis zum Dachfirst, von der Haustür bis zur Baukonstruktion, von der Farbgebung bis zur Materialverwendung angeboten. Neben interessanten Texten und erläuternden Skizzen warten zahlreiche Tipps und Empfehlungen für den Alt- und Neubau auf die Lesenden, die durch viele gute private und öffentliche Beispiele aus dem Landkreis Schweinfurt gestützt werden. Das Handbuch richtet sich sowohl an private Bauherrinnen und Bauherren als auch an Kommunen, die sich zum Beispiel in einer Dorferneuerung befinden.

„Das Handbuch ergänzt sehr gut die zahlreichen regionalen Innenentwicklungsaktivitäten wie etwa die kommunalen Förderprogramme, die Beratungsangebote oder die Vorträge in der Bauhütte Obbach“, erläutert Landrat Florian Töpper. „Die vielen guten Beispiele aus dem Landkreis Schweinfurt zeigen, wie eine qualitätsvolle bauliche Weiterentwicklung in unseren Ortskernen ausschauen und funktionieren kann.“

Im Bild: (von links): Jürgen Eisentraut, Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung Unterfranken, und Florian Töpper, Landrat des Landkreises Schweinfurt, freuen sich, mit dem neuen Baukulturhandbuch einen weiteren Baustein im Bereich der ländlichen Innenentwicklung präsentieren zu können. (Foto: Landratsamt Schweinfurt/Andreas Lösch)

Genau wie die Baukultur ist auch das Buch ein Gemeinschaftsprojekt. So ist bei der Bucherstellung die fachliche Expertise von verschiedenen Stellen und Personen eingeflossen. Neben einer interdisziplinären Projektgruppe brachten sich auch die Landkreiskommunen, Bauberater, die Hausbesitzer der präsentierten Objekte und weitere fachlich Interessierte in die inhaltliche Ausarbeitung ein.

Insbesondere das Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken hat am Handbuch inhaltlich stark mitgewirkt und die Beauftragung der zahlreichen Fotografien übernommen. Amtsleiter Jürgen Eisentraut freut sich, dass das Buch den wichtigen und gleichzeitig schwierigen Spagat zwischen Alt und Neu schafft: „Gerade durch die Verschmelzung von Moderne und Tradition können unsere Dörfer zeigen, dass sie selbstbewusst und zukunftsorientiert sind, ohne dabei die eigene Geschichte und die eigenen Wurzeln zu vergessen.“

Das Handbuch „Gutes Bauen im Landkreis Schweinfurt – Altes schätzen und Neues schaffen“ wird über das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert. Es ist kostenlos beim Regionalmanagement des Landkreises Schweinfurt (Bestellungen per E-Mail an regionalmanagement@lrasw.de oder telefonisch unter 09721 / 55 – 732) und bei den Landkreiskommunen erhältlich. Darüber hinaus steht das Baukulturhandbuch online unter www.landkreis-schweinfurt.de/baukultur zur Verfügung.