Liebe deinen Nächsten wie dich selbst …

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Lexi Decker schreibt regelmäßig für das Groschenheft. Mit ihren Texten möchte sie ihren Blick auf die aktuelle Zeit teilen und mit einer positiven Sichtweise auch anderen Mut machen, dem eigenen Weg zu folgen. Sie praktiziert Yoga, lehrt Yoga und lebt Yoga. Kontaktdaten auf www.ashtau-yoga.de

Wann bist Du das letzte Mal aus deiner Komfortzone getreten? Oft denken wir dabei an Sport oder Bewegung, denn körperliche Tätigkeit bedeutet schon oft seinen eigenen Schweinehund überwinden zu müssen und somit seine Komfortzone der Bequemlichkeit verlassen zu müssen. Doch aktuell stößt jeder mit der immer noch andauernden Ausnahmesituation an seine Grenzen und ist noch nicht wieder in der sonst so lieben „Komfortzone“ angekommen.

Hast Du dich schon einmal intensiv mit deiner „eigenen Komfortzone“ beschäftigt? Tut dir diese gut oder bist du einfach bequem geworden? „Nutze ich die Gelegenheit, übliches zu hinterfragen, was sonst für die Regel gehalten wird?”

Unser Leben – ein Geschenk. Wir alle sind aus der schöpferisch angelegten Lebensenergie – der Liebe – entstanden. Und selbst wenn ich aus einer ungewollten Schwangerschaft mein Licht des Lebens finden durfte, bin ich ein gewolltes Wesen, das auf dieser Welt sich selbst erfahren darf und wird.

Es wäre schön, wenn sich dieser Ur-Gedanke auch wieder auf alle Lebewesen dieser Welt beziehen dürfte. Vieles ist normal geworden, da wir es in der uns bekannten Zeit schon immer so gemacht haben.

Wir wollen unser „altes“ Leben zurück. Für keinen von uns ist die aktuelle Pandemie einfach. Ich denke jeder wünscht sich ein Ende dieser Anspannung und erhofft sich seine Tätigkeiten, die ihm das Gefühl von „eigener Komfortzone“ bieten, zurückzubekommen. Es hat nur jeder unterschiedliche „Komfortzonen“ – deine wird nicht unbedingt meine sein und andersherum. Und doch wünschen wir alle unser Recht auf Freiheit zurück, was eines unserer Grundrechte ist.

Was ist richtig – was ist falsch? Ich spanne nochmals den Bogen zur Geburt. Nicht jeder hat einen Start ins Leben, wie man ihn sich wünscht. Was nicht bedeutet, dass jemand weniger willkommen ist auf dieser Welt. Jeder beginnt bereits im frühen Alter mehr oder weniger durch eigene Erfahrungen das Leben für sich zu definieren. Manchmal werden wir vom Leben auch sehr gefordert und können gar nicht verstehen, warum einem diese Erfahrungen und Schicksale gegeben werden. Es gibt genügend unter uns, die nicht nur positive Erfahrungen sammeln und gerade diese sollten unser Anreiz sein, das Leben wie es ist anzunehmen und zufrieden und dankbar zu sein.

Oder gibt es einen sinnigeren Weg? Das Leben weiß, was es mit uns vorhat. Das Vertrauen, dies anzunehmen, gilt es aufzubauen.

Wir alle sehnen uns nach Liebe und nicht jeder bekommt bedingungslos davon. Entsprechend entwickle ich mich mit eigenen oder übernommenen Werten, mehr oder weniger versorgt mit der alles entscheidenden Selbstliebe. Viele von uns haben verlernt, auf sich selbst zu hören. Jede Antwort liegt in uns. Das ist traurig, aber häufigster Grund, warum wir Dinge von außen als unseren Kompass annehmen. Wenn ich es schon nicht weiß, dann muss es xy besser wissen. Das ist der erste Schritt weg von der Göttlichkeit, denn jeder von uns ist genau richtig, wie er ist.

Du selbst bist das Ergebnis deiner Erfahrungen. Wir sind auf der Welt, um eigene Erfahrungen zu machen. Es gibt leider genügend Menschen, die denken nur ihre Erfahrungen und Wissen sind richtig. Meist haben diese Menschen auch das Bedürfnis ihre Meinung anderen aufzudrängen. Doch die Göttlichkeit wertet nicht – kein Glaube sollte im Kern das Werten von gut und böse, richtig und falsch verankern. Das ist nicht göttlichen Ursprungs und wurde von Menschengeist erschaffen. Und wie ist es – wir reden sehr viel über Themen, die wir denken verstanden zu haben und können nicht akzeptieren, warum andere nicht gleicher Ansicht sind.

Umgang miteinander: Wir befinden uns aktuell definitiv nicht in unserer Komfortzone und sind aufgrund der sehr unterschiedlichen Meinungen regelrecht aufgebracht. Dabei möchte einfach jeder wieder zurück in „seine Komfortzone“ – zurück in seine Freiheit. Und jeder von uns hat bereits seinen Rucksack mit eigenen Erfahrungen im Gepäck. Bei allen Unstimmigkeiten sollten wir uns jedoch wieder auf das besinnen, was uns zur Geburt gegeben wurde. Göttlichkeit und ein Herz, das zum Lieben in uns schlägt. Warum wird uns der nächste, Freunde, Familie plötzlich so fremd? Da wir anderer Meinung sind und es nicht akzeptieren, dass auch das völlig ok ist. Genauso, wie jeder von uns ok ist.

Du bist gut, wie Du bist! Keiner ist schlechter oder besser. Egal wie – ich bin Wille Gottes und in meinem Ursprung bedingungslose Liebe. In meinen Wünschen und Gesprächen mit mir selbst wünsche ich uns allen wieder mehr Göttlichkeit und Innehalten – mehr Nächstenliebe!

Gesundheit ist das höchste Gut. Es sind unser Körper, der Geist, die Seele, die unsere Gesundheit definieren. Da jeder von uns individuell ist, kann auch nur jeder selbst für sich wissen, was für ihn der richtige Weg ist. Der Yoga lehrt uns Leidenschaft, Selbsterforschung und Hingabe, um zu seiner schöpferischen Quelle der Liebe zurückzufinden.