Barbara Trabers feinfühlige Hommage an die Bresse und ihre Menschen

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Wer träumt nicht davon, in einer schönen Gegend eine zweite Heimat zu finden? Für die Ich-Erzählerin in „Land der glücklichen Hühner” von Barbara Traber ist es die Bresse bourguignonne. Eine weite, flache Landschaft, wo das Leben einfach und ruhig zu sein scheint, wo die Männer im Café am Stammtisch den Apéro trinken und die weißen Hühner auf den Wiesen herumstreunen. Das Abenteuer beginnt eines Tages mit dem Kauf eines Hauses in einem abgelegenen Dorf am Fluss Seille. Frankreich scheint anfänglich das gelobte Land zu sein. Alles hat einen eigenen Reiz: die Sprache, die Landschaft, die Chansons, der Wein, das Essen …

In Gedanken fährt die Erzählerin in Land der glücklichen Hühner immer noch mit ihrem alten Rad am Fluss entlang und erfindet Figuren wie die Übersetzerin Silvia, die eine späte Liebe erlebt und die sie in eine mögliche Zukunft weiterbegleitet. Realität und Fiktion vermischen sich in diesem Buch zu einer Hommage an die Bresse, mit Mitgefühl und Humor, mit Flair für das Frankophile und leiser Wehmut.

Barbara Traber, geboren 1943 in Thun/Schweiz. Handelsdiplom, Auslandsaufenthalte in London, Lagos, Paris. Lebt heute in Worb bei Bern. Freie Publizistin, Autorin, Übersetzerin, Herausgeberin von Mundartliteratur. Zahlreiche Veröffentlichungen: Lyrik, Erzählungen, Romane, Krimis, Biografien, Sachbücher, Beiträge in Anthologien und Literaturzeitschriften. Ihr Gedichtband „Muttermomente“ mit Fotos von Fernand Rausser, 1985 erstmals erschienen, ist im Neptun Verlag nach wie vor erhältlich.

„Land der glücklichen Hühner”, Barbara Traber, Neptun Verlages, ET: 10/2022, 180 Seiten, € 28,00 – ISBN 978-3858203335