Neujahrskonzerte in Schweinfurt und Bad Neustadt

727
© Josef Lamber

Bläserphilharmonie in Schweinfurt nahezu ausverkauft, Restkarten für Bad Neustadt

„Manchmal reicht ein Augenaufschlag” – Interview mit dem Dirigenten Prof.
Ratzek

Die Neujahrskonzerte der Bläserphilharmonie Schweinfurt waren über viele Jahre einer der ersten kulturellen Höhepunkte der Region, zuletzt im Januar 2020. Nach der Zwangspause durch die Pandemie stehen sie nun wieder mit dem Programm Titel „Rapsody in Blue“ an. Wer noch einen Platz im Konzertsaal möchte, muss allerdings schnell sein. Für die beiden Konzerte in Schweinfurt am 28. und 29. Januar sind nur noch wenige Restkarten verfügbar, aber für alle, die „Rapsody in Blue“ nicht verpassen wollen, gibt es die Möglichkeit des Zusatzkonzerts am 4. Februar in der Stadthalle Bad Neustadt.
Für das anspruchsvolle Programm hat sich die Bläserphilharmonie wieder den erfahrenen und international gefragten Dirigenten Professor Walter Ratzek in die Konzerthalle geholt. Ratzek war unter anderem bereits als Leiter der Deutschen Bläserphilharmonie tätig und weiß daher genau, wie er der Bläserphilharmonie Schweinfurt helfen kann, ein so anspruchsvolles Programm wie „Rapsody in Blue“ perfekt umzusetzen. Wir sprachen mit ihm kurz vor der Veranstaltung.

© Josef Lamber

Frage: Nach über drei Jahren stehen endlich wieder die Neujahrskonzerte der Bläserphilharmonie Schweinfurt auf dem Programm. Wie groß ist die Vorfreude?
Prof. Ratzek: Die Anspannung ist nach der letzten Probenphase doch deutlich gewichen. Alle freuen sich auf die nun anstehenden Konzerte.

Das Orchester besteht aus einem festen Stamm an Musikerinnen und Musikern, aber auch immer wieder aus neuen Künstlern, die sich eingewöhnen müssen. Wie laufen unter diesen Bedingungen die Vorbereitungen?
Das gesamte Notenmaterial ist bereits seit geraumer Zeit für alle Musiker/innen online als PDF verfügbar. Eine gute individuelle Vorbereitung ist die Grundvoraussetzung, um in ganz wenigen Proben gemeinsam ein professionelles Ergebnis zu erreichen.

Mit „Rhapsody in Blue“ haben Sie sich ein Thema gewählt, das allein vom titelgebenden Stück her sehr anspruchsvoll ist. Sie werden dabei selbst den Solopart übernehmen. Offensichtlich trauen Sie Ihrem Orchester einiges zu.
Die Musiker der Bläserphilharmonie kennen mich mittlerweile sehr gut und reagieren sehr sensibel. Nur so ist es möglich, den Solopart am Flügel selbst zu spielen. Stellenweise muss auch mal nur ein Augenaufschlag reichen.

Neben George Gershwin werden natürlich auch Werke anderer Komponisten gespielt. Dabei sticht allerdings ein Stück von Richard Wagner heraus. Wie kam es zu der Wahl?
Morgenlied und Aufzug der Heere aus der Oper Lohengrin eignet sich ganz ausgezeichnet für eine wirkungsvolle Eröffnung unseres Konzertes.

Prof. Heinrich Unterhofer, ein bekannter und in Europa und USA erfolgreicher Komponist von Orchester-und Kammermusikwerken, hat ein Stück geschrieben, das bei den Neujahrskonzerten uraufgeführt wird. Wie kam es zu dieser – für ein Orchester wie das Ihrige – doch außergewöhnlichen Zusammenarbeit?
Professor Unterhofer hatte mich 2016 als damaliger Direktor der Bozener Musikhochschule für die Leitung des Studienganges Blasorchesterleitung nach Bozen geholt. Aus einer gegenseitigen Wertschätzung ist mittlerweile eine enge Freundschaft erwachsen. Letztlich konnte ich Unterhofer für das Sinfonische Blasorchester begeistern. Sein Werk „The Descent of INANNA Into the Netherworld“ wurde letztes Jahr mit einem ersten Preis beim Internationalen italienischen
Wettbewerb Angelo Inglese ausgezeichnet. INANNA war die Schutzgöttin der Stadt Uruk, Göttin der Fruchtbarkeit und des Krieges. Mit Fantasie kann man sich in die Welt der Sage entführen lassen.

Sehr spannend klingt auch, dass es für einen Programmblock zur Zusammenarbeit mit der Popgesangsklasse der Musikschule Schweinfurt unter der Leitung von Canan Semel kommen wird. Ist das nicht ein Risiko mit so jungen Sängerinnen und Sängern relativ anspruchsvolle Werke aufzuführen?
Die ersten Proben sind gelaufen und ich bin wirklich sehr begeistert und überrascht über die klasse Vorbereitung und überzeugende Leistung der Gesangsklasse von Canan Semel. Das wird sicherlich eines der besonderen Highlights am Ende des Konzertes.

Die letzten Auftritte im Rahmen des Orchesters können durchaus als fulminant bezeichnet werden, z.B. beim letzten Programm „Film ab“ zeigte das Orchester seine enorme Bandbreite und qualitative Tiefe. Haben Sie Sorge, dieses Niveau halten zu können oder sogar noch steigern zu müssen?
Nein, diese Sorge habe ich nicht, auch wenn das diesjährige Konzertprogramm vom Zuhörer vielleicht noch mehr abverlangt. Im Gegensatz zum letzten Konzertprogramm „Film ab“, das konsequent als OpenAir Programm konzipiert war, verlangt das Diesjährige einen Konzertsaal, der feinste Nuancen erlaubt und die unterschiedlichsten klanglichen Herausforderungen mit vielen Solisten auch weiterträgt.

Wie laufen jetzt noch die letzten Tage bis zu den Aufführungen?
Wir haben intensiv über drei Tage gearbeitet. Jetzt heißt es für die Musiker, alles setzen zu lassen und vielleicht die eine oder andere Stelle nochmals nachzuarbeiten. Am Freitag haben wir dann die Generalprobe, am Samstag einen ausführlichen Sound-Check und dann wird es ernst. Wir freuen uns alle schon auf die Konzerte in Schweinfurt und dann auch eine Woche später erstmals in Bad Neustadt.

Irgendetwas, was Ihnen noch Kopfzerbrechen bereitet?
Ja, hoffentlich bleiben alle gesund.

Termine:
Schweinfurt, evang. Gemeindehaus,
28.01.2023, 19.30 Uhr; 29.01.2023, 18.30 Uhr
ab 25,- €, Abendkasse erhöhter Preis

Bad Neustadt, Stadthalle, 04.02.2023, 19.30 Uhr
ab 23,- €, Abendkasse erhöhter Preis

Tickets gibt es über:
www.blaeserphilharmonie-schweinfurt.de
www.reservix.de

Vor Ort in Schweinfurt:
➤ Buchhandlung Collibri und ➤ Tourismusinformation 360°

Vor Ort in Bad Neustadt bei den bekannten Vorverkaufsstellen:
➤ Stadthalle Bad Neustadt und ➤ Dürninger Tabakladen

Weitere Infos: www.blaeserphilharmonie-schweinfurt.de und Facebook
Veranstalter: Bläserphilharmonie Schweinfurt e.V.
Bildrechte: © Josef Lamber