Buch: „Im Namen Gottes – Die Unterdrückung der Frauen im Iran“

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Das neue Buch von Jasmin Taylor: „Im Namen Gottes – Die Unterdrückung der Frauen im Iran“ ist am 12. Oktober 2023 erschienen.

Am 16. September 2022 veränderte sich alles für mich. Ich las eine schockierende Schlagzeile über eine junge Iranerin namens Jina Mahsa Amini, die nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei verstorben war. Diese Nachricht löste eine weltweite, feministische Revolution aus, und auch mich erschütterte sie zutiefst.
Eine ähnliche Tragödie geschah in meinem eigenen Leben vor mehr als 40 Jahren im Iran. Ich hatte Glück, aber meine damals beste Freundin überlebte sie nicht. Ich habe nie wieder darüber gesprochen. Doch an diesem Septembertag beschloss ich, mein Schweigen zu brechen. Seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979 leiden Millionen iranische Frauen unter der brutalen Ungerechtigkeit des Mullah-Regimes.

„Möge dieses Werk dazu beitragen, Bewusstsein zu schaffen, Veränderungen anzustoßen, die Rechte der Frauen weltweit zu stärken und diese insbesondere im Iran zu erlangen.” Jasmin Taylor

Zum Inhalt: Das Buch von Jasmin Taylor beleuchtet zutiefst erschütternde Schicksale von sieben Frauen, die stellvertretend für über 40 Millionen Iranerinnen stehen. Jeder Leidensweg wird in Form eines Memoires erzählt. Auch die Autorin selbst berichtet als eine der Protagonistinnen von ihren verstörenden Erfahrungen. Neu und schockierend ist, wie Jasmin Taylor auf Grundlagen des islamisch-iranischen Rechts Bezug nimmt und einen Vergleich zwischen der iranischen Gesetzgebung – basierend auf der Scharia – und internationalem Recht zieht. Durch diese sachliche Ebene wird verdeutlicht, dass systematische Unterdrückung von Mädchen und Frauen im Rahmen des Gesetzes erlaubt ist und auch geschieht. So wird in diesem Buch die brutale Realität eines Landes aufgedeckt, in dem die weibliche Bevölkerung willkürlich inhaftiert, gefoltert, vergewaltigt und hingerichtet wird. Eines Landes, das mit der Anzahl hingerichteter Mädchen und Frauen die Listen weltweit anführt.

Geschichtlicher Hintergrund: Seitdem die 22-jährige Iranerin Jina Mahsa Amini wegen ihres locker sitzenden Kopftuchs in Teheran verhaftet und so schwer misshandelt wurde, dass sie drei Tage später, am 16. September 2022, an den Folgen verstarb, sind die Proteste iranischer Frauen unter dem Slogan „Frau, Leben, Freiheit” neu entfacht worden. Es geht um den Sturz des Mullah-Regimes, die Erschaffung einer neuen, demokratischen, säkularen Regierung und ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit. Denn die Islamische Republik Iran ist nach wie vor Mitglied der UN-Konvention, die dem Gottesstaat für all die Gräueltaten offiziell grünes Licht gibt.

„Die Regierung der Islamischen Republik Iran behält sich das Recht vor, Bestimmungen oder Artikel der Konvention nicht anzuwenden, die mit den islamischen Gesetzen und der geltenden nationalen Gesetzgebung unvereinbar sind.”  Aus der UN-Kinderrechtskonvention

Die Autorin Jasmin Taylor kämpft für die Demokratisierung des Iran, insbesondere für die Gleichberechtigung der Frau. Mit 17 Jahren flüchtete sie vor dem Ersten Golfkrieg im Iran nach Deutschland. In Bonn absolvierte sie ihr Abitur. Anschließend erlangte sie an der University of Maryland (USA) ihren Bachelor in Psychologie. An der University of Oklahoma (USA) absolvierte sie dann ihr Masterstudium in Human Relations mit Auszeichnung. Ihr Studium basierte auf einem multidisziplinären Feld, welches dazu diente, demokratische Werte, Interessensvertretung von ethnischen Minderheiten und soziale Gerechtigkeit zu fördern.
Seit 1999 arbeitete Jasmin Taylor im deutschsprachigen Raum als Beraterin, Gründerin und Unternehmerin in der Tourismusbranche, nämlich in der Online-Reisevermittlung, im Bereich Reiseveranstalter sowie in der Destinations- und Hotelprojektentwicklung.
2014 initiierte sie u. a. das Projekt SIS – Strong Independent Sisters, in dem sie geflüchtete Frauen aus Ländern wie Iran, Afghanistan, Syrien oder Eritrea darin unterstützte, die deutsche Sprache zu erlernen, Qualifikationen zu erwerben und eine Ausbildungsstelle bzw. eine Anstellung zu finden. Das gemeinnützige Projekt wurde 2015 von Bündnis 90/Die Grünen mit dem Hatun-Sürücü-Preis ausgezeichnet.

Und die Welt schaut zu: „Es ist Zeit für eine Kehrtwende!“ sagt Jasmin Taylor über die Frauen im Iran.

Jasmin Taylor, „Im Namen Gottes – Die Unterdrückung der Frauen in Iran”, Europa Verlag, ET 12.10.2023, 240 Seiten, gebunden, 25 €.
Website: https://jasmintaylor.com/buch/