Denis Wittberg und seine Schellack-Solisten – in Haßfurt

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Seit über 20 Jahren begeistern Denis Wittberg und seine Schellack-Solisten ihr Publikum

„Heute Abend bin ich frei” – ein Konzert á la Max Raabe mit Denis Wittberg und seinen Schellack-Solisten am Samstag, 21. Oktober, 20 Uhr in der Stadthalle Haßfurt.

Die geheimnisvolle Botschaft stellt die Welt der neun Herren und der einzigen Dame im Ensemble so richtig auf den Kopf; die Hormone tanzen Tango, das Geschehen schlägt seine Kapriolen und die musikalischen Champagnerkorken knallen. Seit über 20 Jahren begeistern Denis Wittberg und seine Schellack-Solisten ihr Publikum und präsentieren sich in einer Frische und künstlerischen Brillanz, wie am ersten Tag. Mehr denn je, verfügen Sie über eine beeindruckende Bandbreite Ihres Repertoires und glänzen neben den Liedern der alten Salon Orchester auch mit eigenen Arrangements.
Hören Sie Chinesisches und Englisches – erleben Sie ein Konzertprogramm, in dem es vor atemberaubender handgemachter Musikalität u. a. auch Eigenproduktionen nur so sprüht – freuen Sie sich auf einen unterhaltsamen Konzertabend mit einer wohltuenden Länge und einer respektablen Kürze.

Geneigtes Publikum: „Lassen Sie sich auf ein ganz besonderes Seh- und Hörerlebnis ein, lassen sie sich von handgemachter Musik und vom klassischen Frack bis zur opulenten Robe verzaubern und entführen in die Zeit der großen Berliner Revue-Paläste!”

Wir bekamen kurzfristig Gelegenheit, uns mit Denis Wittberg zu unterhalten:

Wie kamen Sie auf die Idee mit Musik der 20er und 30er Jahre aufzutreten?
Meine Oma war an allem schuld. Als 5-Jähriger entdeckte ich im Musikschrank meiner Großmutter Schellackplatten – ich glaube es war sogar eine Platte der legendären Comedian Harmonists- heute würde man sagen-die erste Boygroup Deutschlands. Ich glaube, dies brachte mich auf den Goldenen Trichter. Da war mir klar-die Musik der 20er Jahre muss es sein.

Was fasziniert Sie an der Musik der 20er und 30er Jahre?
Sie hat was den Schlagern heute fehlt, Ironie und vor allen Dingen Wortwitz. Dabei haben diese Schlager gar nichts antiquiertes-ich komme mir gar nicht vor, als würde ich dem Publikum Nostalgie verkaufen – es ist für mich einfach Unterhaltung – und gute Unterhaltung. Zuweilen war diese Musik unmodern, das ist normal – aber sie hat mittlerweile einen Stellenwert erreicht, sie wird es immer geben, so wie es Barrock-Orchester oder Musik der Renaissance gibt – sie wird nicht mehr weggehen.

Ich habe gehört, dass Sie auch kleine musikalische Ausflüge machen. Musik der Neuen Deutschen Welle aus den frühen achtziger Jahren. Geht Ihnen etwa das Liedgut der 20er Jahre aus?
Keineswegs, wir bleiben unserem Stil treu. Dies war eine Spielerei, die wir vor einigen Jahren begonnen hatten. Wir haben uns überlegt was zu machen ist, mit den Schlagern aus den Achtzigern Jahren – ob man diese so biegen kann, dass sie zu unserem Stil passen und gleichzeitig ein Wiedererkennungswert da ist – also so eine Art Schere zu schaffen. Dies funktionierte mit dieser Musik sehr gut.

Was bekommen die Konzertbesucher zu hören?
Wir warten mit unserem zweimal 45-minütigen Programm „Heute Abend bin ich frei“, unter anderem mit „Sternenhimmel“ und „Kleine Taschenlampe brenn“ aus der „Neuen Deutschen Welle“, auf. Mittlerweile haben wir auch einige englische Titel und sogar einen chinesischen Foxtrott mit im Repertoire. Bei der Zugabe darf der Klassiker, „Mein kleiner grüner Kaktus“ von den legendären Comedian Harmonists, nicht fehlen.

Über welche Lieder im Radio können Sie sich so richtig freuen?
Selbstverständlich freue ich mich, wenn eines unserer Lieder läuft, was bei SWR 1 und SWR 4 durchaus vorkommt. Aber auch „Siebzehn Jahr, blondes Haar“ von Udo Jürgens gefällt mir. Dieses Lied haben wir in unserem Repertoire und interpretieren es in einer Rumba-Cha-Cha-Cha-Version. Auch das weltbekannte „Mama ”von Heintje Simon kommt so in einer Rumba Version daher.

Mit Ihrem Orchester pflegen Sie eine stilvolle Unterhaltung. Dazu zählt, dass Sie die Lieder in Form eines Conférenciers ansagen. Wer ist dazu Ihr Vorbild?
Das ist Max Raabe. Ihn und sein Palast-Orchester finde ich sensationell. Mit Max Raabes Gitarristen Ulrich Hoffmeier habe ich schon zusammengearbeitet. Zweimal durfte ich Max Raabe persönlich treffen.

Auf der Bühne strahlen Sie auch eine ironische Distanz zu den Liedern und zu den Texten aus. Wie wichtig ist Ironie für Ihren Umgang mit dieser musikalischen Vergangenheit?
Ich nehme die Kompositionen und Texte sehr ernst und versuche auch nicht, auf der Bühne komisch zu sein, sondern die Texte und die Eleganz der Melodien für sich sprechen zu lassen, denn ich finde, dass man komische Texte nicht komisch bringen darf, sonst wirkt es albern. Die Ironie, die Sie da sehen, habe ich mir gegenüber. Mich selbst nehme ich nicht ernst. Aber das, was wir mit den Schellack-Solisten machen, nehmen wir sehr ernst.

Hören diese Schlager auch junge Menschen?
Auf jeden Fall, ich habe die glückliche Erfahrung jetzt machen können – von Jung bis Alt. Diese Musik hatte ihre Hochzeit vor 80 Jahren und hat immer noch so viel Kraft und Energie ein modernes Publikum zu fesseln.

Die Formation „Denis Wittberg und seine Schellack-Solisten“ wurde 2003 gegründet. Zuvor genoss Denis Wittberg eine klassische Gesangsausbildung und sang im Chor des Mainzer Staatstheaters. In der Mainzer Fastnacht war Denis Wittberg in den neunziger Jahren ebenfalls aktiv.
Seit 2005 ist die Gruppe regelmäßig in Funk und Fernsehen präsent. 2023 feiern „Denis Wittberg und seine Schellack-Solisten“ ihr 20 Jähriges – zu diesem Anlass ist auch der neue Tonträger „Rendezvous im Schnee“ erschienen. Er enthält neben der Musik der 20er und 30er Jahre auch Eigenkompositionen, Weihnachts- und Winterlieder. Für nächstes Jahr ist eine Konzertreise durch die USA geplant.