Buch und Interview „Was wir überhaupt noch essen können“

6 Min. Lesezeit
Literatur

Orientierung im Supermarkt zwischen Mythen, Marketing und echten Risiken

„Stehen Sie auch manchmal vor vollen Supermarktregalen und fragen sich, was man überhaupt noch essenkann? Was ist wirklich gesund – und was nur geschickt vermarktet?“ Zwischen Bio-Siegeln, „zuckerfrei“-Versprechen, Trenddiäten und Warnmeldungen über Schadstoffe fällt es vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern schwer, den Überblick zu behalten und gute Entscheidungen zu treffen. Mit ihrem neuen Buch „Was wir überhaupt noch essen können: Gesunde Lebensmittel erkennen und klug einkaufen“ liefern Ron Perduss und Dr. Volker Manz eine fundierte, alltagsnahe und unabhängige Orientierungshilfe für genau diese Fragen.

Das Taschenbuch ist im Februar 2026 erschienen und nimmt Leserinnen und Leser mit auf eine verständlich aufbereitete Reise durch die Welt unserer Lebensmittel. Die Autoren erklären, welche Inhaltsstoffe wirklich relevant sind, wie Zutatenlisten richtig gelesen werden und woran sich Qualität im Supermarkt erkennen lässt. Dabei räumen sie mit gängigen Gesundheitsmythen auf und zeigen, wie Marketingtricks und vermeintliche Food-Trends kritisch hinterfragt werden können.

Ob pflanzlich oder tierisch, frisch oder verarbeitet: Das Buch bietet praxisnahe Entscheidungshilfen für den täglichen Einkauf. Ergänzt wird der Inhalt durch konkrete Einkaufstipps, Sparstrategien, Anwendungshilfen sowie digitalem Bonusmaterial, das komplexe Ernährungsfragen verständlich und greifbar macht.

Ron Perduss und Dr. Volker Manz verbinden journalistische Klarheit mit medizinischer Fachkompetenz. Das Ergebnis ist ein Ratgeber, der informiert, ohne zu belehren – und motiviert, gesunde Entscheidungen mit Freude, Klarheit und Verstand zu treffen.

  • Verständliche Erklärungen zu Inhaltsstoffen und Risiken
  • Praktische Einkaufshilfen für den Alltag
  • Smarte Spar- und Anwendungstipps
  • Überraschende Fakten rund um Ernährung und Lebensmittel
  • Digitales Bonusmaterial für noch mehr Durchblick

Ron Perduss ist Journalist und Moderator mit Schwerpunkt auf Verbraucher-, Digital- und Ernährungsthemen. Einem breiten Publikum ist er aus Fernsehen, Radio und Online-Formaten bekannt. Seit vielen Jahren steht er für verständliche, unabhängige Aufklärung in komplexen Alltagsfragen – sachlich recherchiert und klar formuliert.
Dr. Volker Manz ist Arzt und Präventionsmediziner mit Fokus auf Ernährungsmedizin und Gesundheitsförderung. Er berät Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen zu nachhaltiger Gesundheitsvorsorge. In seiner Arbeit verbindet er wissenschaftliche Fundierung mit praktischer Umsetzbarkeit – lösungsorientiert und frei von ideologischen Scheuklappen.
„Was wir überhaupt noch essen können“, Ron Perduss & Volker Manz, Next Level Verlag, ET 24. Februar 2026, 320 Seiten, Taschenbuch, 19,90 €.

 

Wir konnten von den Autoren nachfolgendes Interview bekommen:

Was sind die häufigsten Fehler im Supermarkt, die Verbraucher machen?
Ron Perduss: „Aus meiner Sicht ist der größte Fehler, dass viele Menschen immer noch blind nach Verpackung, Werbung oder großen Labeln kaufen. Als Verbraucherjournalist sehe ich jeden Tag, wie stark uns rote Preisschilder, Aktionsangebote oder XXL-Packungen beeinflussen. Diese Trigger geben uns das Gefühl, ein Schnäppchen zu machen – dabei kaufen wir oft Dinge, die wir gar nicht brauchen oder die am Ende sogar teurer sind. Gerade bei großen Packungen stimmt der vermeintliche Preisvorteil häufig nicht. Ein zweiter zentraler Fehler ist, dass wir uns zu sehr auf Siegel und Marketingaussagen verlassen, statt genauer hinzuschauen. Viele Begriffe sind rechtlich gar nicht klar definiert, vermitteln aber ein gesundes oder hochwertiges Image, das mit dem tatsächlichen Produkt wenig zu tun haben muss.“

Wie verlässlich sind Label? Ist „bio“ immer die gesündere Wahl?
Dr. Volker Manz: „Label können Orientierung geben – sie ersetzen aber nicht den eigenen Blick aufs Produkt. Nehmen wir „Bio“: Das Siegel ist klar geregelt und bedeutet unter anderem weniger synthetische Pestizide und strengere Vorgaben in der Produktion. Gerade bei empfindlichen Lebensmitteln wie Beeren oder Blattgemüse kann das sinnvoll sein.
Aber: Bio heißt nicht automatisch nährstoffreicher oder stoffwechselgesünder. Ein Bio-Keks bleibt ein Keks, ein Bio-Fruchtjoghurt kann genauso viel Zucker enthalten wie ein konventioneller.
Ähnlich ist es beim Nutri-Score. Er vergleicht Produkte nur innerhalb einer Kategorie und ist freiwillig. Viele Hersteller drucken ihn nur dann auf, wenn er gut ausfällt.
Mein Rat: Label als erste Orientierung nutzen; die Entscheidung aber anhand von Zutatenliste und Verarbeitungsgrad treffen. Je kürzer die Zutatenliste und je weniger stark verarbeitet ein Produkt ist, desto verlässlicher ist meist auch seine Qualität.“

Können Sie ein Beispiel nennen, bei dem Marketing ein Produkt gesünder erscheinen lässt, als es ist?
Ron Perduss: „Ein Klassiker sind für mich sogenannte Light-Produkte. Der Begriff existiert seit Jahrzehnten und hat sich tief in unseren Köpfen verankert. Viele verbinden damit automatisch „gesünder“ oder „besser“. In der Praxis wird aber häufig eine reduzierte Zutat – zum Beispiel Zucker oder Fett – durch andere Inhaltsstoffe ausgeglichen. Das können mehr Fettanteile, zusätzliche Süßstoffe oder andere Zusatzstoffe sein, die Geschmack und Konsistenz stabilisieren sollen. Das Produkt wirkt dadurch leichter, ist es aber nicht zwingend. Am Ende erkaufen wir uns das vermeintlich Gute oft mit neuen Kompromissen.“

Als Verbraucher ist man oft irritiert, weil man überall unterschiedliches liest, darüber, was jetzt gesund sein soll. Wie gehen Sie mit widersprüchlicher Studienlage um – z. B. bei Milch, Fleisch oder Süßstoffen? Woran kann man sich da als Laie orientieren?
Dr. Volker Manz: „Widersprüche entstehen häufig, weil einzelne Studien isoliert betrachtet werden. Ernährung ist komplex, und Schlagzeilen vereinfachen stark. Ich orientiere mich nicht an Einzelstudien, sondern an der Gesamtlage der Evidenz – also an Meta-Analysen und langfristigen Beobachtungen. Außerdem schaue ich immer auf Menge, Verarbeitung und Kontext.
Beispiele: Unverarbeitetes Fleisch ist anders zu bewerten als stark verarbeitete Wurstprodukte. Fermentierte Milchprodukte wirken sich oft günstiger aus als stark gesüßte Varianten. Süßstoffe können helfen, Zucker zu reduzieren, sind aber kein Dauerersatz für eine insgesamt ausgewogene Ernährung.
Für Verbraucher empfehle ich drei einfache Leitlinien: Erstens: möglichst wenig stark verarbeitete Produkte. Zweitens: auf die Menge achten. Drittens: das gesamte Ernährungsmuster im Blick behalten – nicht das einzelne Lebensmittel.“

Sie haben beide aus unterschiedlichen Perspektiven täglich mit dem Thema zu tun. Was essen Sie selbst regelmäßig – und worauf verzichten Sie bewusst?
Ron Perduss: „Ich esse eine klassische Mischkost und habe keine extremen Ernährungsregeln. Ich bin weder vegan noch vegetarisch unterwegs, schaue aber sehr genau hin, was im Einkaufswagen landet. Die Zutatenliste gehört für mich immer dazu. Eine bewusste Veränderung habe ich vor etwa zwei Jahren gemacht: Ich habe aufgehört, verarbeitete Fleischprodukte zu kaufen, also zum Beispiel Wurst. Das fiel mir nicht leicht, weil ich früher gern morgens Salami gegessen habe. Aber die wissenschaftliche Datenlage zeigt inzwischen klar, dass ein hoher Konsum von verarbeitetem Fleisch mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden sein kann – und darauf habe ich reagiert.“

Haben Sie zum Abschluss noch einen Tipp, um Geld zu sparen und sich trotzdem etwas Gutes zu tun?
Ron Perduss: „Der wichtigste Spartipp ist gleichzeitig ein Ernährungstipp: häufiger selbst kochen. Fertiggerichte und stark verarbeitete Produkte sind meist teurer und enthalten oft unnötig viele Zutaten. Wer mit einfachen Grundprodukten arbeitet, spart Geld, behält die Kontrolle über die Qualität und trifft meist die bessere Entscheidung für sich selbst.“

 

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