Ein gutes Leben — welchen Beitrag leistet der Faire Handel?

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Ein gutes Leben — mit fairem Handel zu nachhaltigen Produktions- und Konsummustern #FAIRHANDELN für ein gutes Leben

Mit unserer Art, Güter zu produzieren und zu konsumieren, leben wir in Deutschland über unsere Verhältnisse. Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens  einzuhalten, dürften wir in Deutschland pro Person und Jahr nur 2,5 Tonnen CO2 produzieren – tatsächlich sind es aber gut elf Tonnen. Rund 60 Kleidungsstücke kauft jede*r Deutsche pro Jahr, wovon wir 40 % nie tragen. Und ein Smartphone nutzen wir im Schnitt nur 18 Monate, bevor wir es durch ein Neues ersetzen. Hätten alle Menschen auf der Welt einen Ressourcenverbrauch wie wir in Deutschland, bräuchten wir drei Erden.

Darüber hinaus hat unser vermeintlich „gutes Leben“ Auswirkungen auf Menschen am anderen Ende der Lieferkette. Dort produzieren Millionen von Menschen, oft unter unwürdigen Bedingungen, in Fabriken, Minen und auf Plantagen die Güter unseres täglichen Bedarfs. Die derzeitigen Regeln des Welthandels führen dazu, dass sie trotz harter Arbeit oft nicht in der Lage sind, ihre elementaren Grundbedürfnisse zu befriedigen.

Der Faire Handel setzt sich dafür ein, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Menschen zu verbessern – insbesondere im Globalen Süden. Darüber hinaus regt er zum Nachdenken an über die Frage, was wir wirklich zu einem guten Leben brauchen und wie ein anderes Wirtschaften aussehen kann.

Das Konzept des guten Lebens … beschreibt die Vision einer solidarischen Lebensweise, in der die Menschenrechte geachtet, die Grundbedürfnisse der Menschen befriedigt und ein respektvoller Umgang mit der Natur gelebt wird. Das unternehmerische Handeln orientiert sich in dieser Vision an folgenden Prinzipien:

  • Kooperation statt Konkurrenz
  • Der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht der Profit
  • Orientierung am Gemeinwohl
  • Respektierung der ökologischen Grenzen
  • Abkehr von der Wachstumslogik
„Zu einem guten Leben gehören für mich Gesundheit, Sicherheit und das Gefühl, dazuzugehören. All das gibt mir die Kooperative.“ Rene Marinus ist Export-Managerin bei der Rooibos-Kooperative Heiveld in Südafrika.

Auch der Faire Handel arbeitet nach diesen Prinzipien, denn er …

stellt den Menschen in den Mittelpunkt, in dem er Menschen, die durch politische,  kulturelle oder andere Faktoren benachteiligt werden, Einkommensmöglichkeiten schafft und sie so ins gesellschaftliche Leben integriert. Rund 2,5 Mio. Kleinproduzent*innen und ihre Familien profitieren so vom Fairen Handel.

orientiert sich am Gemeinwohl, in dem er soziale Projekte fördert und finanziert, die  dazu  beitragen,  die Grundbedürfnisse der Menschen zu befriedigen, wie z.B. den Bau und Betrieb von Schulen und Gesund- heitsstationen. Allein 2019 konnten die Handelspart- ner rund 38 Mio. Euro in solche Projekte investieren.

schont natürliche Ressourcen, in dem er umwelt- und klimafreundliche  Produktionsweisen  wie z.B. den ökologischen Landbau fördert. Etwa 75 % der fair gehandelten Lebensmittel sind auch Bio-zertifiziert.

setzt sich kritisch mit der Wachstumslogik auseinander, in dem er gemeinsam mit anderen Bewegun- gen Impulse für eine sozial-ökologische Transforma- tion von Wirtschaft und Gesellschaft gibt.