Corina Bomann „Sternstunde – Die Schwestern vom Waldfriede” – Buchvorstellung und Interview

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Der Beginn der neuen mitreißenden Saga von Bestsellerautorin Corina Bomann: Eine Berliner Klinik im Aufbau. Eine junge Krankenschwester vor der Herausforderung ihres Lebens.

Berlin, 1919. Nach Kriegsende lastet der Verlust ihres Verlobten schwer auf der jungen Krankenschwester Hanna. Nur ihre Berufung an die neu gegründete Klinik Waldfriede in Zehlendorf kann sie von ihrem privaten Kummer ablenken, denn nichts will sie mehr, als Menschen in Not zu helfen. Bis das Waldfriede seine Tore für die ersten Patienten öffnen kann, vergehen allerdings Monate voller harter Arbeit, knapper Lebensmittel und Ungewissheit. Ermutigt durch das unerschütterliche Vertrauen des sympathischen Klinikleiters Dr. Conradi übersteht Hanna diese schwere Zeit – doch gerade als sich das Waldfriede wie ihr neues Zuhause anfühlt, stellt ihre Vergangenheit sie erneut auf harte Bewährungsproben. Und auch die Klinik scheint unter keinem guten Stern zu stehen: Immer wieder bringen finstere Intrigen und Schicksalsschläge die hoffnungsvolle Zukunft des Hauses in Gefahr …

Nach wahren Begebenheiten: Inspiriert von der Chronik einer Krankenschwester erzählt Erfolgsautorin Corina Bomann von der Geburtsstunde der Berliner Waldfriede-Klinik. Band 1 der insgesamt vierbändigen Saga „Die Schwestern vom Waldfriede“.
Erscheint am 27. Dezember 2021 – Paperback, 13 €, Klappenbroschur, 608 Seiten, 13,5 x 20,6 cm. ISBN: 978-3-328-60205-7.

Die Autorin: Corina Bomanns Romane sind mit einer Gesamtauflage von über zwei Millionen Exemplaren nicht aus den Bestsellerregalen wegzudenken. Mit ihren beliebten historischen Sagas steht sie regelmäßig auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste – so zuletzt mit den Bänden Die Farben der Schönheit. Sophias Triumph und Die Frauen vom Löwenhof. Mathildas Geheimnis. Mit ihrer neuen Romanreihe um die Berliner Klinik Waldfriede erfüllt sie sich einen Herzenswunsch: Inspiriert durch die echte Chronik des Hauses, von deren Existenz sie während eines Aufenthalts dort erfuhr, möchte sie der Klinik und ihrer ereignisreichen Geschichte ein Denkmal setzen und macht sie zum Schauplatz einer großen historischen Saga. Corina Bomann lebt in Berlin-Zehlendorf – in direkter Nachbarschaft zur Waldfriede-Klinik.

Corina Bomann

Frau Bomann, mit Ihrer neuen Reihe über die Berliner Waldfriede-Klinik schreiben Sie über einen realen Schauplatz – was hat Sie dazu bewegt, über das heute noch bestehende Krankenhaus zu schreiben?
Der Entschluss, über das Krankenhaus Waldfriede zu schreiben, kam mir nach einem Aufenthalt dort. Für zehn Tage war ich Patientin im Waldfriede und hatte während meiner Genesungsphase viel Zeit, das Haus zu erkunden. Dabei wurde mir klar, dass es einen historischen Kern gibt. Das allein wäre noch nicht interessant gewesen. Doch bei einem dieser Rundgänge entdeckte ich eine Vitrine mit Ausstellungsstücken aus den vergangenen Jahrzehnten. Alte Instrumente, Fotografien und zwei selbst genähte Fahnen. Mein Interesse war geweckt. Später brachte ich in Erfahrung, dass eine Krankenschwester eine Chronik über ihre Zeit im Waldfriede geführt hat. Auf Nachfrage bei der Geschäftsleitung kam man mir entgegen und überließ mir freundlicherweise die Chronik. Schon nach den ersten Seiten Lektüre war ich gefangen von den Schilderungen. Und ich wusste, dass dies das Thema meiner neuen Saga werden musste!

Was ist das Besondere an diesem Krankenhaus – damals und heute?
Das Waldfriede ist neben der Charité eines der wenigen Krankenhäuser in Berlin, die noch am selben Ort stehen und nie eine Namen- oder Trägeränderung erfahren haben. Das Haus wurde im Jahr 1920 von der Gemeinschaft der Siebenten Tags Adventisten übernommen und komplett neu aufgebaut. Der christliche Geist der Gründer ist bis heute noch immer spürbar. Das Krankenhaus Waldfriede zeichnet sich durch eine große Freundlichkeit des Personals aus, das bemüht ist, trotz des Leistungsdrucks, der auf dem Gesundheitswesen liegt, die Patienten als Menschen anzusehen und nicht als Behandlungsfall. Außerdem hat es noch eine Besonderheit: Sehr viele Berliner und vor allem Zehlendorfer sind dort geboren oder haben dort ihre Kinder bekommen. Es ist erstaunlich, dass sie, egal, wohin Sie in Berlin kommen, immer jemanden treffen, dem das Waldfriede etwas sagt.

Sie haben die Chronik der Zeitzeugin Hanna Rinder als Grundlage Ihrer Geschichte genommen. Wie viel der realen Person steckt in der Figur der Hanna Rinder?
Hanna Rinder hat sich in der Chronik selbst sehr zurückgenommen. Zeitzeugen beschreiben sie als sehr bescheiden und gewissenhaft. Nur hier und da gewährt sie einen kurzen Einblick in ihr Leben. Was jedoch herausscheint, ist ihre große Loyalität gegenüber dem Krankenhaus und ihrem Chefarzt Dr. Conradi. Die beiden musste mindestens eine Freundschaft verbunden haben.
Da sie jedoch, wie schon beschrieben, sehr bescheiden war, gibt es kaum wesentliche Daten. Deshalb habe ich eine fiktive Figur gewählt, die neben kleinen Details und überlieferten Aussagen auch das Aussehen der echten Hanna Rinder teilt. Aber viele Dinge sind eben fiktiv, weil dies besser für die Dramaturgie der Geschichte ist.

Welche weiteren Quellen hatten Sie außerdem zur Verfügung, hat die Klinik selbst Ihnen dabei geholfen?
Die Klinik war mir überaus behilflich mit Material. So erhielt ich die Chronik der Hanna Rinder, aber auch eine weitere Chronik, in der die Baugeschichte des Hauses dargelegt war. Ich bekam ein altes OP-Buch, Unterlagen aus der Zeit des 2. Weltkrieges und Fotografien. Daneben habe ich auch Material aus unserem Heimatmuseum in Zehlendorf verwendet. Darüber hinaus war es mir auch vergönnt, mit einer ehemaligen Schwester zu sprechen, die Hanna Rinder und Dr. Conradi noch persönlich kannte.

Die Waldfriede Klinik hat eine bewegte Geschichte, die mit „Sternstunde“, dem ersten Band Ihrer Saga, noch nicht beendet ist. Was erwartet uns in den folgenden Bänden noch?
In den folgenden Bänden erwartet uns ein reichhaltiges Spektrum an Schicksal, Geschichte und Emotionen. Auch die Protagonistin des zweiten Bandes „Leuchtfeuer“ hat ein reales Vorbild. Wir werden das Waldfriede in der Zeit der nationalsozialistischen Machtergreifung erleben, im Zweiten Weltkrieg, in der schweren Nachkriegszeit bis hin zum beginnenden Wirtschaftswunder in den 50er Jahren. Dabei begleiten wir Dr. Conradi und Schwester Hanna, erleben aber auch die Perspektive einer in jedem Band neuen Protagonistin, die ihre eigene Geschichte mit dem Waldfriede erlebt.

In Deutschland ist vor allem das Krankenhaus der Berliner Charité ein Begriff – warum, glauben Sie, ist die Waldfriede Klinik bisher nicht ebenso bekannt?
Das Krankenhaus Waldfriede mag in Deutschland noch nicht so bekannt sein, doch es hat einen hohen Bekanntheitsgrad in Berlin und vor allem in Zehlendorf. Seine Betreiber, die der Freikirche der Siebtenten Tags Adventisten angehörten und immer noch angehören, tun bescheiden ihre Arbeit und sind nicht bestrebt, sich in den Vordergrund zu stellen. Doch den meisten Menschen hier in Berlin und jenen, die ursprünglich aus Berlin stammen, ist Waldfriede ein Begriff. Einer Hebamme dort wurde nachgesagt, „halb Zehlendorf“ auf die Welt gebracht zu haben. Das gilt nicht nur für Zehlendorf. Sehr viele Berliner*innen sind hier geboren oder haben hier ihre Kinder bekommen. Oder sind irgendwann einmal dort behandelt worden. Mit den Romanen hoffe ich, das Krankenhaus Waldfriede auch in anderen deutschen Regionen bekannt zu machen.

Ihre letzten Bestseller waren ebenfalls historische Romane. Was fasziniert Sie am meisten am Zeitraum des frühen 20. Jahrhunderts, über den Sie häufig schreiben?
Das freie 20. Jahrhundert ist eine Zeit großer Umbrüche. Befand man sich zu Beginn noch in der Kaiserzeit, wurde diese nach dem verheerenden 1. Weltkrieg praktisch auf den Kopf gestellt. Die „Golden Twenties“ markierten den Wendepunkt hin zu der modernen Welt, wie wir sie jetzt kennen. Die Mode, die Musik und gesellschaftliche Normen veränderten sich. Es gab große Entdeckungen in der Wissenschaft. Dies alles wurde dann wieder erschüttert durch den zweiten Weltkrieg, der bis dahin nie gekanntes Leid über die Welt gebracht hat. Doch darauf folgte wieder eine Phase des Aufbaus. Diese raschen Veränderungen machen es für mich so reizvoll, darüber zu schreiben. Gleichzeitig ist diese Zeit uns nicht so fern, dass wir uns nicht mit den Menschen und ihren Sorgen und Nöten identifizieren könnten. Das ist ein weiterer ganz großer Pluspunkt für eine spannende Geschichte.
Das Interview stellte uns Tina Voigt zur Verfügung.