Ausstellung „Mensch und Mythos” im Museum Otto Schäfer – Termin-Änderungen

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Bei der Eröffnung der Ausstellung und beim Begleit-Programm haben sich einige Termine geändert.

Vom 24. Juli bis 9. Oktober 2022 ist im Museum Otto Schäfer die Ausstellung „Mensch und Mythos – Von der Renaissance bis Peter Collien” zu erleben.

Die antike Götterwelt fasziniert bis heute. Davon zeugen nicht nur die zahlreichen Anleihen in zeitgenössischer Literatur, Film oder Videospielen. Selbst Markennamen wie der des Paketdienst „Hermes“ oder der Rasiererlinie „Venus“ spielen auf die alten Geschichten an und bedienen sich derer Bilder. Die antike Mythologie lebt – und das auch in der zeitgenössischen Druckgraphik!

Peter Collien, Daphne (in der Verwandlung auf der Flucht vor Apoll), 1964, Radierung

Peter Collien hat dies erkannt und setzt die Themen in zeitgemäßer Bildsprache um. Da können die drei Grazien heute schon mal Damen beim Bade sein. Der Münchner nähert sich den Mythengeschichten auch durchaus kritisch – wenn er etwa bei Zeus‘ Überfall in Form eines Schwans auf die junge Leda viel stärker die Gewalt in den Fokus rückt, als die mystisch verklärte Geschichte. Auch der gequälte Gesichtsausdruck der Daphne, die sich zum Schutz vor Apoll in einen Lorbeerbaum verwandelt, lässt tief in ihre verzweifelte Situation blicken. Es stellt sich durchaus die Frage, wie sich unser heutiges Weltbild mit den alten Mythen in Verbindung bringen lässt. Alt und Neu treten in einen spannenden Dialog.
Alte Kunst und Zeitgenossen treffen aufeinander.

Wie schon bei der letzten großen Ausstellung im Museum Otto Schäfer, „Dürers Drucke und die Zeitgenossen“, werden Werke der Sammlung wieder auf jüngere Kunst treffen: Denn nicht nur Arbeiten Peter Colliens sind zu sehen, sondern genauso eine Auswahl von Buchkunst und Graphik, die die Rezeption von Mythen von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert beispielhaft nachvollzieht. Denn auch wenn heute keiner mehr die alten Götter anbetet, sind sie doch ins allgemeine Gedächtnis übergegangen. Selbst im stark christlich religiös geprägten Mittelalter wurden ihre Geschichten weitergetragen, in der an der Antike interessierten Renaissance wurden sie sowieso Thema vieler Hauptwerke der Kunstgeschichte. Die viel spätere (Wieder-)Entdeckung und Erkundung der griechischen Antike, die ihren Höhepunkt im 18. Jahrhundert hatte, oder auch die Auffindung Pompejis im selben Zeitraum, führte zum nächsten „Boom“ der Mythologie und Götterwelt; bis hin zu Kuriositäten wie der „Griechischen Mythologie für Frauen“ von 1812 aus der Sammlung Otto Schäfers.

Letztlich entwickeln sich auch derartige Erzählungen weiter: So sind Werke wie die Märchensammlung der Gebrüder Grimm längst ins allgemeine Geschichten-Gedächtnis übergegangen. Ihre Figuren sind die Helden einer eigenen Mythologie – die Peter Collien in dieser Ausstellung, am Beispiel der Geschichte des „Liebsten Roland“, nicht außen vor lässt. Denn schlussendlich sind es Menschen, die den Mythos formen und stets in dessen Mittelpunkt stehen; genauso wie in den Werken des Münchners.

Begleitprogramm: Vom Vortrag, über die Weinprobe bis zum Künstler-Dinner

Passend dazu referiert Andrea Mayer, heute am Kulturforum Schweinfurt, aber ehemals langjährige Mitarbeiterin der in Kassel ansässigen Brüder Grimm-Gesellschaft und des Brüder Grimm-Museums, am 27. Juli, um 19 Uhr zum Thema und beschreibt ihren Vortrag wie folgt: „1812 und 1815 erschienen erstmals die ‚Kinder- und Hausmärchen‘ der Brüder Grimm und haben seitdem einen Siegeszug um die Welt angetreten. Wer hat nicht in seiner Kindheit mit Aschenputtel, Dornröschen, Sneewittchen, Rapunzel und zahlreichen namenlosen Heldinnen mitgefiebert, bevor sie ihr „Happy End“ erleben durften? In den Märchen treffen schöne Prinzessinnen, arme Stieftöchter und kluge Mädchen auf böse Stiefmütter, garstige Hexen und mordende Ehemänner. Der reich bebilderte Vortrag beleuchtet die verschiedenen Frauenfiguren und ihre Funktion in den Märchen, wirft aber auch einen Blick auf die Entstehungsgeschichte der von Jacob und Wilhelm Grimm zusammengetragenen Geschichten. Und selbstverständlich sind auch Männer bei dem Vortrag herzlich willkommen!“

Dem Vortrag folgt die öffentliche Ausstellungseröffnung am Sonntag, 31. Juli, ab 16 Uhr.

Im August können die Besucher das Museum dann von anderer Seite erleben, wenn Michael Bucher am 10.8., um 18.30 Uhr hinter die Kulissen führt.

Durch die Ausstellung „Mensch und Mythos“ führt der Museumsleiter Jan Soldin am 21. August, um 16 Uhr und am 21. September, um 18 Uhr.

Für die jüngeren Besucher findet ein abwechslungsreiches Ferienprogramm statt: • Am Donnerstag, 11. August, von 13 bis 16 Uhr werden bei „Lach dich schlapp!”, mit Ronny Zettner, Gefühle und Emotionen erkundet sowie Karten gestaltet und koloriert. • Am 16. August, ab 10 Uhr entführt Ronni Zettner unter dem Titel „Ich, das Einhorn“ etwa in die Welt der Fabelwesen. • Am 25. August, ebenfalls ab 10 Uhr, können Kinder und Jugendliche unter der Anleitung Annette Alberts und mithilfe alter CDs lernen zu drucken wie Peter Collien. • Am Mittwoch, 31. August, von 10 bis 13 Uhr lädt Ronny Zettner bei „Willkommen im Freaky Land!” ein, mithilfe von Collagen die eigene Fantasie-Welt zu erstellen.

Geplant ist für die Erwachsenen zudem am 26. August, um 19 Uhr eine Neuauflage des während der Dürer-Ausstellung schnell ausverkauften und beliebten „Dürer-Schoppens“, bei dem die Kunst eine besondere Verbindung mit der Weinprobe des Stammheimer Winzers Michael Scheller eingeht.
Noch exklusiver ist das einmalige Künstler-Dinner, das unter dem Motto „Speisen wie die Götter“ Mythos und Kunst kulinarisch verbindet. Es kocht der Würzburger Bildhauer Max Gehlofen – am Sonntag, 11. September, um 18 Uhr.

Für alle Veranstaltungen – außer Führungen – ist eine Voranmeldung nötig! Ticket-Reservierungen sind auf der Homepage des Museums möglich.
www.museumottoschaefer.de
info@museumottoschaefer.de