Endlich: Das 21. Grenzsteinfest darf gefeiert werden!

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Auf das erste Grenzsteinfest nach der Corona-Pause freuen sich (von links) die Bürgermeister Oliver Schulze (Sennfeld) und Manuel Kneuer (Gochsheim) sowie Willi Hartling, Sennfelder Sprecher des Geschichtlichen Arbeitskreises Sennfeld/Gochsheim.

Seit es das Grenzsteinfest gibt – seit 1999, sind die Gochsheimer und Sennfelder noch enger zusammengewachsen. Das ist die einhellige Meinung nicht nur der beiden Bürgermeister Oliver Schulze und Manuel Kneuer, sondern der Einwohner hüben und drüben. Zwei Jahre lang verhinderte die Corona-Pandemie das gemeinsame Feiern immer am Mittwoch zwischen der Kirchweih und der Nachkirchweih. Jetzt ist aber wieder soweit: Am Mittwoch, 7. September, dürfen zum 21. Grenzsteinfest im 23. Jahr die Gäste auf die Grenzwiese der beiden ehemals freien Reichsdörfer strömen.

Seit 1649 feiern die Nachbardörfer ihr Friedensfest: Nicht nur, weil der Dreißigjährige Krieg vorbei war, sondern vor allem aus Freude über die gemeinsam erstrittene Wiedererlangung ihrer Rechte als freie Reichsdörfer und auf freie Ausübung des protestantischen Glaubens. Die Feier, stets am ersten Septemberwochenende, wurde mit dem Kirchweihfest zusammengelegt: in Gochsheim von Anfang an, in Sennfeld seit 1705, als die neue Dreieinigkeitskirche gebaut war. Seit 2016 sind die beiden Traditionsfeste sogar in das bundesweite Unesco-Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

Um an die 350. Wiederkehr der Freiheitsrechte zu erinnern, wurde im Jahr 1999 auf Initiative der damaligen Bürgermeister Emil Heinemann und Walter Korn zum ersten Mal ein gemeinsames Fest an der Gemarkungsgrenze gefeiert. Ein mächtiger Gedenkstein wurde dabei enthüllt, mit Planbaum und Planpaaren darauf sowie den beiden Gemeindewappen. Der damals neu gebildete Geschichtliche Arbeitskreis Sennfeld/Gochsheim übernahm mit den Gemeinden die Durchführung. Weil das Fest so gut angenommen wurde, findet es seitdem jährlich statt.

Diesmal gibt es kleine Änderungen, erklärt Willi Hartling, Sennfelder Sprecher des Geschichtlichen Arbeitskreises. Wie immer beginnt das Fest um 15 Uhr, aber Tische und Bänke stehen nun im Schatten der mittlerweile hoch gewachsenen Hecke. Das Podium für die Musik, diesmal von den „Jungen Sennfeldern“, steht am östlichen Wiesenrand. Die Planpaare aus beiden Dörfern werden gegen 16.30 Uhr ihre fränkischen Rundtänze um die Kastanie zeigen.

Neu ist, dass aus hygienischen Gründen kein Fassbier mehr, sondern Flaschenbier ausgeschenkt wird. Gläser müssten selbst mitgebracht werden.
Die Verlosung der Tombola, mit dem Hauptpreis eines Rundflugs, gesponsert von der Firma Pabst Transporte, beginnt gegen 18 Uhr. Bis 20 Uhr darf gefeiert und zusammengesessen werden. Man lernt sich über die Gemeindegrenzen hinweg näher kennen, freuen sich die Bürgermeister auf viele schöne Begegnungen.