Energiespar-Tipps – immer gut, sich mal zu erinnern

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Elmar Rachle ist Altenpfleger und ehrenamtlich in der Bahnhofsmission tätig, aber auch Umwelt- und Abfallberater. In dieser Funktion hat er fürs Groschenheft einige einfache Energiespartipps zusammengestellt. „Weil jede eingesparte Kilowattstunde aus fossilen Energieträgern und möglichst viele KWh, die aus erneuerbaren Energien genutzt werden, den Geldbeutel schonen, den Menschen und die Umwelt schützen und auch den Frieden fördern ohne Waffen“, meint Rachle. Insofern sieht er jede eingesparte Energie zuhause auch als einen „aktiven Beitrag gegen Putins Kriegskasse“. Sinngemäß werbe so auch Wirtschafts- und Umweltminister Robert Habeck darum, über das Energiesparen nachzudenken.

  1. Im Zimmer, in der Wohnung und/oder im Haus:

Beim Lüften Fenster ganz öffnen und für Durchzug sorgen, sogenannte Stoßlüftung (gegenüberliegendes Fenster oder Tür öffnen). In der kalten Jahreszeit reichen zwei bis drei Minuten. Auf das „Fenster kippen“ verzichten. Wichtig: Heizquelle/Heizkörper auf „Null“ oder „*“ stellen.

Lieber erst mal einen Pulli, eine Jacke zusätzlich anziehen oder sich eine Decke drüberlegen.

Wohnräume auf maximal 20°/19° Grad Celsius heizen, für den Schlafraum genügen maximal 18° Grad Celsius. Ein Thermometer hilft, das zu kontrollieren. Wo Wohn- und Schlafbereich zusammen sind, zum Schlafen entsprechend die Heizung herunter regeln.

  1. In der Küche:

Den Kühlschrank bzw. das Gefrierteil und/oder Gefriertruhe öfter mal nach an den Wänden hängenden Eisschichten beobachten. Bei einer sichtbaren Eisschicht das Gefriergerät abtauen. Das Gefriergut kann beim Abtauvorgang in den Kühlschrank gelegt werden. Das hilft auch Kühlenergie einzusparen. Das kann auch immer hilfreich sein, wenn man vorrausschauend das Koch-/Bratgut vorher in das Kühlteil/den Kühlschrank legt.

Kühl-/Gefrierschranktüren nur so lange öffnen, wie notwendig ist, um das entsprechende heraus- zu holen: Je voller der Kühlschrank befüllt ist, desto weniger Energie zum Kühlen muss aufgewendet werden. Selbiges trifft für den Gefrierschrank bzw. das Gefrierteil zu.

Ideale Temperaturen sind: Im Kühlschrank 7° bis 8° Grad Celsius, im Gefriergerät maximal minus 18° Grad Celsius.

Herdplatten zirka 5 Minuten vor Kochende auf Stufe „1“ stellen bzw. ganz ausschalten.

Zum Kochen nur Töpfe und Pfannen mit ebenen Unterflächen verwenden. Kochgerät und Kochplatte sollten immer den gleichen Durchmesser haben. Achtung: Immer Deckel auflegen, wo es der Kochvorgang zulässt.

Wenn Kaffee oder Tee gekocht und ein Automat verwendet wird, schnellstmöglich in eine Thermoskanne umfüllen und den Automat ausschalten.

Die Geschirrspülmaschine immer erst einschalten, wenn sie gut gefüllt ist. Falls mal zwischendurch ein Geschirr oder Besteckteil fehlt, einfach auch mal mit der Hand spülen. Aber bitte nicht unter fließendem Wasser, das wegläuft, sondern ein Gefäß darunter halten und es eventuell zum Blumengießen verwenden.

Wenn nur Wasser gekocht werden soll, auch mal den Wasserkocher verwenden, wenn sonst Elektroplatten im Einsatz sind. Der Wasserkocher (auch der Kaffee- und/oder Teeautomat) braucht weniger Strom, wenn er öfter mal entkalkt ist. Zum Entkalken Haushaltszitronensäure (oder Essigessenzlösung) verwenden.

  1. Bereich Waschen/Duschen/ Waschmaschine:

In der warmen Jahreszeit den Wasserhahn auf Position „kalt“ stellen. Duschköpfe und Wasserhähne mit Wassersparfunktion verwenden, falls vorhanden: Spart Wasser und Wärmeenergie und Abwasser.

In der Altenpflege ist es üblich Ganzkörperwaschungen mit dem Waschlappen und Waschschüssel vorzunehmen, das kann ohne Komfortverlust auch im Privatbereich praktiziert werden. Spart Frischwasser und Energie.

Lieber das Ökoprogramm bei Wasch- und Spülmaschine nutzen (immer erst bei Vollauslastung).

Zum Waschen Waschprogramme möglichst nur mit 30° bzw. 40° Grad wählen. 60° Grad Wäsche sollte nur bei infektiösen Krankheitsfällen eingestellt werden.

Überlegen, ob Oberbekleidung gleich nach einmaligem Tragen in die Wäsche wandern muss. Meist hilft ein Auslüften an der frischen Luft. Kochwäsche bei 90° oder 95° ist somit meistens obsolet.

  1. Licht/Beleuchtung:

Möglichst nur noch mit LED-Leuchtmitteln. Elektrische Geräte nur benutzen, wenn es erforderlich ist. Geräte im Stand by-Betrieb ganz ausschalten. Ausnahme Router: Den dann nur bei längerer Abwesenheit oder Nichtgebrauch ebenfalls ganz ausschalten.

Auf elektrische Heizkörper/Radiatoren/Konvektorgeräte möglichst verzichten.

(verwendete Quellen: – Skriptum aus dem Fortbildungslehrgang der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken in Mitwitz, 1992; eigene praktische Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem eigenen Umweltberatungsdienst in Selbständigkeit 1993¸- Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden Württemberg, „Praktische Tipps für den Alltag“, 2011; -FIT-Projekt des Diakonischen Werkes Schweinfurt, 2013).