Jubiläums-Poetry Slam – Gastszene Halle und Matti Linke aus Hannover

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Oliver Walter Foto: Andi Pontanus.

Samstag, 4. November 2023, 20 Uhr in der Disharmonie Schweinfurt

Kunst kann man nicht bewerten. Richtig. Beim Poetry Slam geschieht es trotzdem! Die Sparkasse SW-HAS unterstützt viele Vereine, so auch den Poetry Slam SW e.V.
Außer Wettbewerb wird den Sparkassen-Jubiläumsslam der amtierende Stadtmeister Schweinfurts und Landesmeister Niedersachsen/Bremen, Matti Linke (Hannover) textlich einrahmen. Mit dabei hat er einen Auftragstext zu „Mach mehr aus deiner Knete“.

Anlässlich des zweihundertjährigen Sparkassenjubiläums mixte der Veranstalter und Moderator junge und frische Slammer mit Profis. „Ganz wie 2006“, sagt Manfred Manger. Dazu muss man die subkulturellen Hintergründe von Poetry Slam als Szene und Gemeinschaft, die sich auch Slamily nennt, verstehen. So traten – nicht nur in den Anfängen 2006 – in Schweinfurt schon viele jungen Menschen beim Slam auf, die heute bekannte Größen sind, etwa Marc-Uwe Kling 2007 und viele andere. Es ist das Format, das die Schwellen der Literaturverlage einriss und ohne Lektoratsprüfungen Menschen mit Texten auf die Bühne brachte, die wir heute längst aus Rundfunk und Fernsehen kennen. Die Liste wäre lang, Hazel Brugger, Lisa Eckhart, Torsten Sträter, u.v.a.

Im November präsentiert Manger darum ein Line Up, von dem er sicher ist, dass es genau das bietet: „die Perspektive junger Gegenwartsliteratur, in einer Zeit, in der immer mehr Menschen rückwärts und rechtswärts denken.“ Hierfür ist die junge Slamszene Halle a.d.S. (Sachsen-Anhalt) eingeladen.

Stephan Brosch Foto: Floriane Brückner

Stephan Brosch (Wuppertal), der während der Pandemiezeit ein nur kleines Publikum in Schweinfurt begeistern durfte, ist Phonetikstudent in Halle und freiberuflicher Autor, Trauredner und Slam-Poet. Mit ihm kommen aus Halle vier weitere junge Menschen – alle zwischen 18 und 20 Jahre alt.

Til Gerloff, der mit fünfzehn Jahren Poetry Slam anfing. Diese Eigenschaft spiegelt sich auch in Texten des zwanzigjährigen wieder, welche im Spagat zwischen lyrischer Raffinesse und simpler Klarheit die Zuhörenden zu irritieren, anregen und unterhalten versuchen. Nicht umsonst wurde er mit seinen Texten U20 Stadtmeister Halle

Emil Herzfeld steht seit 2019 auf den Slam-Bühnen der Welt, die für ihn Halle bedeuten. Passend dazu verabschiedet er sich jetzt aus seinem Germanistik Studium, um in seine Karriere als Fahrradmechaniker, Musiker und überzeugter Lyriker zu starten. Eine bedeutende Alternative zu germanistischen Taxifahrern.

Jule Meier kommt ursprünglich aus Burg bei Magdeburg. Angefangen mit Poetry Slam hat sie wegen Nadja Weinrich, auf einer kleinen feinen Bühne in Magdeburg. Und festgestellt, dass man dort niemals erwähnen sollte aus Halle zu kommen. Vielleicht verrät sie im November warum.

Nadja Weinrich, von Beruf Schülerin und nebenberuflich Tanzlehrerin, schrieb 2022 einen Text über Feminismus. Ihre Freundin hat sie überredet, diesen auf einer Slam Bühne vorzutragen. Selbst überrascht, für diesen Text die Höchstpunktzahl bekommen zu haben, wurden Poetry Slam-Bühnen eine weitere, nebenberufliche Heimat.

Der Startplatz für Franken geht an Oliver Walter (Spalt), kein Unbekannter in Schweinfurt und Garant für spitze, nachdenkliche, aber ebenso humoristische Texte. Seine launigen Kurzgeschichten gehören zum Slam in Schweinfurt, wie das Mikrofon auf die Bühne.

Und natürlich wird Manger von der wunderbaren Nürnberger DJane Lisa Smaragd begleitet, die für die bewährte musikalische Untermalung des Abends sorgt. Mit Witzigkeit, Rafinesse, Spontanität und Feinfühligkeit, findet sie zu jedem Text die passenden Töne für die Auf- und Abgänge der Slammer.

Die Preise des Abends kommen aus dem Publikum. Alle Zuschauer und Zuschauerinnen sind angehalten, ein kleines Präsent mitzubringen. Während der Veranstaltung werden die Preise klingelbeutelartig für die Trophäe der goldenen Dichterschlacht-Schüssel (ein goldener Sektkübel) eingesammelt.

Poetry Slam, seit 2006 ausgetragen, ist die erfolgreichste und älteste literarische Serienveranstaltung der Stadt. Eine Publikumsjury bewertet die einzelnen Beiträge. Im finalen Stechen der drei Besten des Abends, wird vom Publikum der bzw. die Sieger*in des Abends ermittelt. Diese treten am 16. Februar 2024 beim großen Saisonfinale auf der Ersatzbühne des Stadttheaters Schweinfurt (ev. Gemeindehaus) mit einem neuen Text an, um den Champion der Saison zu ermitteln.

Der Kartenvorverkauf ist empfohlen, es werden aber immer auch Karten für die Abendkasse zurückgehalten. Die freie Platzwahl empfiehlt ebenfalls rechtzeitiges Erscheinen.
Abendkasse (pauschal): 15 €. Vorverkauf: Erwachsene: 12 € (zzgl. VVK-Gebühren).
Vorverkauf Schüler und Mitgl. von Poetry Slam Schweinfurt e.V. oder Disharmonie: 10 €
www.disharmonie.de oder 0 97 21/2 88 95

www.poetryslamschweinfurt.de