50 Jahre Groschenheft – Was für ein Abend…

6 Min. Lesezeit
Aktuelles

Unser 50. Geburtstag am 19. September im Evangelischen Gemeindehaus war für uns ein ganz besonderer Abend.
So viele vertraute Gesichter, Wegbegleiter aus fünf Jahrzehnten, Kunden, Partner, Freunde und Leserinnen und Leser – Menschen, die ein Stück Groschenheft-Geschichte mit uns teilen. Es wurde erinnert und erzählt, gelacht, getanzt und bis spät in den Abend gemeinsam gefeiert. Für uns beide war es manchmal fast unwirklich, mittendrin zu stehen und zu sehen, was aus 50 Jahren Groschenheft entstanden ist. Besonders berührt hat uns, mit welcher Begeisterung in den alten Ausgaben geblättert wurde und wie viele persönliche Erinnerungen plötzlich wieder lebendig wurden.

Wir möchten deshalb noch einmal von Herzen Danke sagen. Allen, die diesen Abend mit uns gefeiert haben. Unseren Wegbegleitern, Kunden, Partnern, Sponsoren, Freunden, unserer Familie und unserem Team. Allen Helferinnen und Helfern vor und hinter den Kulissen. Living Contrasts für die großartige Musik – und natürlich euch, unseren Leserinnen und Lesern, ohne die es 50 Jahre Groschenheft nicht gäbe.

Und weil man über den eigenen Geburtstag vielleicht gar nicht selbst am besten berichten kann, überlassen wir den Rückblick nun jemandem, der an diesem Abend dabei war und ihn mit einem wunderbaren Blick von außen festgehalten hat. Katharina Riedel von der Schweinfurt-App hat uns diesen Text geschenkt – und wir könnten uns keinen schöneren Rückblick wünschen. Danke, liebe Katharina, für deine Worte, deine Fotos und Filme und dafür, dass ihr diesen Abend für uns festgehalten habt.

GESTERN. HEUTE. WEITER. Nach diesem Abend wissen wir einmal mehr, warum.  Manche Geburtstage feiert man mit Kuchen. Andere mit einer großen Party. Und manche, indem man sein halbes Leben aus Kisten holt und für einen Abend noch einmal durchblätterbar macht.

Am Samstag, 19. September, war genau so ein Abend. 50 Jahre Groschenheft wurden gefeiert. Im Evangelischen Gemeindehaus in Schweinfurt, dem derzeitigen Ausweichquartier des Theaters, trafen sich Wegbegleiter, Freunde, Partner und Leser, um auf ein halbes Jahrhundert Schweinfurter Geschichte zurückzublicken.

Die Groschenheft-Herausgeber – Alexandra Decker und Andreas Erbar

Und mittendrin: Andreas Erbar und sein Lebenswerk. Denn wer an diesem Abend durch die ausgestellten Ausgaben blätterte, hielt nicht irgendwelche alten Zeitschriften in den Händen. Da lagen tatsächlich fünf Jahrzehnte Groschenheft. Originale. Gesammelt, aufgehoben und bewahrt von einem Mann, der vermutlich zu jeder Ausgabe mindestens eine Geschichte erzählen könnte. Dass diese Schätze überhaupt dort lagen, war keineswegs selbstverständlich.

Alexandra „Lexi“ Decker musste Andreas erst einmal davon überzeugen, seine Sammlung tatsächlich öffentlich auszulegen. Verständlich. Wer 50 Jahre lang etwas aufbewahrt hat, gibt es vermutlich nicht ganz so entspannt aus der Hand. Doch die Sorge war unbegründet. Fast ehrfürchtig gingen die Besucher mit den alten Ausgaben um. Vorsichtig wurde geblättert, gelesen, geschmunzelt und sich erinnert. Immer wieder blieb jemand hängen. An einer Veranstaltung von damals. Einer Anzeige. Einem Namen. Einer Geschichte. Und irgendwann konnte auch Andreas entspannen. Der Stein, der ihm dabei vom Herzen fiel, dürfte ungefähr das Gewicht von 50 Jahrgängen Groschenheft gehabt haben. Im Nachhinein war die Dankbarkeit umso größer. Denn die Resonanz zeigte, was diese Sammlung eigentlich ist: ein kleines Stück Schweinfurter Zeitgeschichte. Und vielleicht konnte man an diesem Abend nirgends besser erkennen, wie viel Liebe und Herzblut in diesem Heft steckt.

„Daran kommt kein eBay ran.“ Dass das Groschenheft längst mehr ist als ein Veranstaltungsmagazin, wurde spätestens bei den Grußworten deutlich. Oberbürgermeister Ralf Hofmann hielt keine gewöhnliche Geburtstagsrede. Zeitweise fühlte es sich eher wie eine Laudatio an. Er erinnerte sich an frühere Zeiten, als man gemeinsam im Café Vorndran saß und die Kleinanzeigen im Groschenheft studierte. Wer verkauft was? Wer sucht wen? Was wird verschenkt? Und welche kleine Geschichte verbirgt sich wohl hinter der nächsten Anzeige? Sein sinngemäßes Fazit: Daran kommt kein eBay ran. Und irgendwie bringt genau das den Charme des Groschenhefts ziemlich gut auf den Punkt.

Auch Landrat Florian Töpper dankte dem Duo für sein Engagement und wünschte Andreas, Lexi und dem Groschenheft alles Gute für die Zukunft. Und diese Zukunft hat längst begonnen. Aus einem Heft wird ein Familienunternehmen. Wie sehr das Groschenheft inzwischen auch Familiensache geworden ist, zeigte sich an diesem Abend ganz nebenbei. Lexis Partner Marco führte charmant durch das Programm, während die beiden Kinder am Eingang die Einlasskontrolle übernahmen und die Gäste begrüßten. Viel familiärer kann man ein 50-jähriges Firmenjubiläum vermutlich kaum feiern. Und auch am Ausschank stand kein Unbekannter: Braumeister Ullrich Martin kümmerte sich persönlich darum, dass niemand durstig bleiben musste und versorgte die Gäste mit seinen Bieren und weiteren Getränken.

Überhaupt war dieser Abend vor allem eines: ein großes Dankeschön. Lexi und Andreas nutzten die Gelegenheit, sich bei den Menschen und Unternehmen zu bedanken, die das Groschenheft über viele Jahre begleitet und unterstützt haben. Allen voran die Sparkasse Schweinfurt und Rudolph Druck – Partner, die praktisch seit den ersten Stunden zur Geschichte des Heftes gehören. Aber auch diejenigen, die erst seit Kurzem Teil dieser Geschichte sind, wurden nicht vergessen. Die Mitarbeiter der Stadtwerbung, die erst in diesem Jahr zum Groschenheft gestoßen ist, bekamen ebenso ihren verdienten Applaus. Denn 50 Jahre schafft niemand ganz alleine.

Und dann wurde getanzt. Nach all den Erinnerungen, Dankesworten und Geschichten durfte irgendwann aber auch einfach gefeiert werden. Die Bühne gehörte Living Contrasts, die Tanzfläche den Gästen. Und die ließen sich nicht lange bitten. Es wurde getanzt, gelacht, erzählt und natürlich weiter in Erinnerungen geschwelgt. Alte Geschichten trafen auf neue Pläne, frühere Weggefährten auf die nächste Generation. Vielleicht war genau das die schönste Zusammenfassung dieses Abends. Denn über allem stand das Motto: Gestern. Heute. Morgen.

Das Gestern lag an diesem Abend auf den Tischen und konnte Seite für Seite durchgeblättert werden.

Das Heute stand mitten im Raum – mit Andreas Erbar, Lexi Decker, ihrer Familie, ihrem Team und all den Menschen, die das Groschenheft begleiten.

Und das Morgen? Das wird gerade geschrieben. Vielleicht nicht mehr ausschließlich so wie vor 50 Jahren. Vielleicht mit neuen Ideen, neuen Menschen und neuen Wegen. Aber hoffentlich mit genau dem gleichen Bauchgefühl, der gleichen Leidenschaft und mindestens genauso viel Herzblut.

Also, Andreas und Lexi: Auf die nächsten 50 Jahre? Warum eigentlich nicht. Wir sind stolz darauf, jetzt schon seit einem Jahr mit euch zusammenzuarbeiten, und freuen uns auf alles was kommt – Seite an Seite!

– Text von Katharina Riedel von Schweinfurt.info – 

Katharina Riedel und Thomas Hummel –
Schweinfurt.info

„Messer- & Scherenschleifer” – Roman Winter kommt …

Weitere Artikel

„Messer- & Scherenschleifer” – Roman Winter kommt …

Die Dampflok 98 886 ist das Zugpferd des Rhön-Zügle. Die für bayerische Lokalbahnen entwickelte Lok war bis 1968 auf der Strecke Bad Neustadt–Königshofen im Einsatz. Heute fährt sie als Museumsbahnlokomotive. Foto: Patricia Linsenmeier.

Wie die Eisenbahn aufs Land kam: Vortrag mit Andreas Knipping

Claudia Koreck & Band

Wanka Tonka – Schönes entdecken und erleben

Buch: „Querfeldein“ von Alex Capus

„Unentdeckte Welten“ – Richard Fuchs in der Sparkassengalerie