Krimi „Beste Bestien” und ein Gespräch über „Selbstverlag”

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Der Autor Félix LeMens

Der Autor Felix LeMens hat kürzlich seinen Kriminalroman „Beste Bestien” herausgebracht.

Zum Inhalt: Ein einsames Schloss am Rande Berlins, eine seltsame Gräfin und die Leiche eines jungen Mädchens, das aufgebahrt in einem alten Eiswerk an der Spree liegt. Kommissar Klaus Schuster steht vor einem großen Rätsel. Was hat er übersehen? Was weiß der junge Kevin B.? Was führt Paul Keller im Schilde? Ein tödliches Verwechslungsspiel beginnt. – Ein spannender Kriminalroman aus Berlin. Wer ist die Bestie? Wer ist ein Opfer?  Aufregend, verführerisch, gemein und ziemlich tödlich.

Félix LeMens lebt in München und Südfrankreich. Die genaue Betrachtung der Gesellschaft inspiriert Félix LeMens zu seinen Charakteren. Lebensnah und fast authentisch kommen sie immer wieder in seinen Romanen vor. Philosophische Gedanken und Betrachtungsweisen aus verschiedenen Blickwinkeln machen seine Werke aus.

 

Für das Groschenheft unterhielt sich Tina Voigt mit dem Autor über das Buch – und was es bedeutet, im Selbstverlag zu veröffentlichen.

Worum geht es in Ihrem neuesten Buch?

Mein neues Buch ist, im Gegensatz zu »Das Carnet«, ein klassischer Kriminalroman. Das Debüt der Reihe »Ein Berlinkrimi«. Die zwei jungen Berliner Männer Kevin und Paul sehen sich ähnlich und haben auch sonst vieles gemeinsam. Gierig nehmen sie sich, was sich ihnen bietet, werden benutzt und nutzen ihrerseits ihre Umwelt schamlos aus, um ihre Ziele zu erreichen. Selbst vor Mord schrecken die beiden nicht zurück! Doch während der eine von Geburt an eine narzisstische Bestie ist, wurde der andere erst zu einer Bestie gemacht. Nach der Gier nach Reichtum oder Rache steht am Ende der Tod!

Im Laufe der spannenden Geschichte erkennt der Leser, dass fast alle Protagonisten gierige Bestien sind oder auch in ihrem Leben einst waren.

Mein Anliegen: Der Kriminalroman »Beste Bestien« nimmt Bezug auf die tatsächlichen schlimmen Misshandlungen in Kinderheimen der DDR. Ein dunkles Kapitel, das sehr viel Leid gebracht und Opfer hervorgebracht hat.

Wie kam es dazu, dass Sie es im Selbstverlag herausbringen?

Als Schriftsteller möchte man seine Bücher wie heranwachsende Kinder ins Leben hinaus lassen. Wenn man noch unbekannt ist und erst eine Lyriksammlung auf dem Markt hat, ist das Interesse von Verlagen gleich null. Pragmatisch denkend ist dies nachvollziehbar, weil Verlage als Geschäftsunternehmen ausschließlich an Schriftstellern mit einer sich kontinuierlich erweiternder Werkesammlung interessiert sind. Das hilft einem als Schriftsteller-Neuling jedoch nicht wirklich weiter. Literaturagenturen sind alle überlastet und geben so gut wie kein Feedback. Es ist ein richtig harter Markt! So bleibt einem nur die Möglichkeit, über Selfpublishing zu gehen.

Was sind die größten Herausforderungen dabei?

Man muss in jeden Fall jemanden im Lektorat haben, der die gleiche Denkweise hat, einen versteht und von dem man Kritik und Änderungsvorschläge annimmt. Das Buch muss stimmig sein.

Dann darf man sich nicht von Absagen oder Null-Reaktion/-Antworten der Verlage/Agenturen aus dem Konzept bringen lassen!

Buchhandlungen sind oft starr an die Bestsellerlisten gebunden. Hier eine zu finden, die ein Buch von einem unbekannten Selfpublisher auslegen möchte, ist wie ein 6er im Lotto. Das ist sehr schade, aber die Realität.

Haben Sie einen Tipp für Menschen, die mit dem Gedanken spielen, selbst ein Buch zu schreiben und über Selfpublishing zu veröffentlichen?

Du stehst hinter deinem Buch, du musst wissen, dass es gut ist. Nicht jede erlebte Geschichte ist auch für die Leser interessant. In jedem Fall von wirklich guten Freunden die Meinung einholen. Wenn du noch unbekannt bist, brennst aber, dein Buch Menschen näherzubringen, Leser zu gewinnen, hast keine Kontakte oder verfügst nicht über das nützliche Vitamin »B«, dann ist Selfpublishing DER Weg zur Veröffentlichung. Es ist nicht teuer, es ist unkompliziert und effizient.

Das Marketing ist dann eine viel größere Herausforderung, als sein Buch als Print oder E-Book zu veröffentlichen. Social-Media ist unerlässlich. Mein Tipp: Macht es einfach … und macht weiter …