Marion Zechner: Absturz und Ausweg – tief bewegend und furios humorvoll

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„Bewölkt aber trocken“ von Marion Zechner. (c) heike ulrich fotowork

Was tun, wenn das eigene Leben zu eng wird? In „Bewölkt aber trocken“ von Marion Zechner weiß es die Protagonistin Lucy, 35, oft auch nicht. Kinder, Haushalt, Ehe, ihr Job als Lehrerin – und eine Vergangenheit, die nachwirkt. Früher hat der Alkohol geholfen, jetzt fordert er selbst Zeit und Aufmerksamkeit. Lucy wird getrieben von der Gier nach dem nächsten Schluck und der Angst, entdeckt zu werden. Bis zum Unfall. Der zweijährige Sohn Jakob auf dem Rücksitz. Zum Glück nichts passiert. Und doch alles anders.

Unterstützt von ihrer Freundin Marie schafft Lucy den Schritt in die Ent­wöh­nungs­klinik. Die Auseinandersetzung mit Mitpatienten und Therapeutinnen ist eine Achterbahnfahrt zwischen Verzweiflung und der Entschlossenheit, nüchtern zu bleiben. Und der Frage: Wie schaffe ich es hier raus und zurück zu Lars und den Kindern? Zu Hilfe kommen da Lucys Humor und Selbstironie.

Durch die Augen von Lucy werden wir hineingezogen in die abgerissenen Gedankenfäden, das Gefühl, wie sich die Wirklichkeit langsam verrückt. Wir erleben hautnah den Alltag einer Entwöhnungsklinik, begegnen echten Persönlichkeiten und sind dankbar für die vielen komischen Momente. Und für ein Romandebüt, in dem tiefer Ernst und überbordender Witz auf großartige Weise zusammenfinden.

Marion Zechner wurde in München geboren, ist Mutter zweier Kinder und arbeitet als Sozialpädagogin und systemische Therapeutin. Sie absolvierte neben Schreibwerkstätten auch das Fernstudium Prosaschreiben bei der Textmanufaktur. Daneben veröffentlichte sie Kurzgeschichten in Literaturzeitschriften und Anthologien.

Mit einem Ausschnitt aus diesem Romandebüt war Marion Zechner bereits für den Irseer Pegasus nominiert und gewann den österreichischen Literaturpreis Schreiberei.

„Bewölkt aber trocken“, Marion Zechner, Leykam Verlag, ET: Mai 2021, Hardcover, 320 Seiten, 22 €, ISBN 978-3-7011-8176-6. Auch als E-Book erhältlich.