60 Jahre Haus der Mode · Jeder Erfolg hat seine Geschichte

158
Armin Weigand und Frank Beckmann freuen sich übe3r „60 Jahre Haus der Mode für den Herren”

Es ist das Jahr 1961. Die heutige Fußgängerzone und auch das Theater mit Châteaudun-Park gab es noch nicht. Die Spuren des Zweiten Weltkriegs waren in diesem Teil von Alt-Schweinfurt noch deutlich sichtbar. Maria und Franz-Josef Vetter hielten die schwierigen Begleiterscheinungen aber nicht davon ab, sich ihren Traum vom eigenen Textilfachgeschäft an der Ecke Hader-/Wolfsgasse zu erfüllen. Am 24. März 1961 eröffneten die Eheleute am Standort das heutige „Haus der Mode für den Herrn“, das heuer im 60. Jahr besteht und den runden Geburtstag natürlich feiert.

Die Gründer kooperierten zum Einstieg mit dem Schweinfurter Bekleidungshersteller Englert. Dessen Bekanntheitsgrad nutzend nannten die Eheleute ihr Modehaus anfangs „Herrenbekleidung Englert“. Die Mühen und der persönliche Einsatz der Vetters lohnte sich, das neue Geschäft wurde sehr gut angenommen. Schon 1966 wurde wegen der großen Nachfrage ein Erweiterungsbau nötig. Damals übrigens war auch der Parkplatz in ja zentraler Lage fertiggestellt, was dem Geschäft zugutekam.

Der Boom hielt an, was 1972 eine zweite Erweiterung nötig machte. Vetters vergrößerten die Sakko- und Anzugabteilung. Auch für die hauseigene Dekoration und Schneiderei wurden eigene Räume geschaffen. Im Zuge weiterer Umbauten und Modernisierungen wechselte man 1974 auch den Namen: aus „Herrenbekleidung Englert“ wurde das „Haus der Mode für den Herrn“. Das neue Logo leuchtet bis heute über den Schaufensterfassaden in der Wolfsgasse und der Hadergasse und macht auf die Adresse aufmerksam.

Keine zwei Jahre später: Nächster Umbau mit neuer Schaufenster-Passage. In einer nach allen Seiten geöffneten Glasvitrine konnte sich der Kunde von nun an über die neuesten Modetrends informieren.1980 nutzten Maria und Franz-Josef Vetter die sich bietende Möglichkeit zur räumlichen Erweiterung. Auf der geschaffenen neuen Verkaufsfläche bot man im neuen „Jeanstreff“ junge, freche Freizeitmode an.

Zum 25-jährigen Bestehen 1986 wurden der Treppenaufgang und die komplette Innenbeleuchtung erneuert. Mit vielen Sonderaktionen feierte man dieses erste richtige Jubiläum natürlich gebührend. 2000 entschlossen sich die Unternehmer zu einer Aufwertung der Außendarstellung. Es entstand der auffällige, über alle Stockwerke hinweg reichende Glaserker. Nur drei Jahre später rückten erneut die Handwerker an: Fußböden, Decken, Ladeneinrichtung inklusive Beleuchtung, alles neu. Ein neu installierter Aufzug rundete damals diesen zusätzlichen Kundenservice ab.

2005 dann der innerfamiliäre Generationswechsel: Armin Weigand, seit 1998 im Haus tätig, übernahm als Geschäftsführer. Maria und Franz Josef Vetter unterstützten den Neffen im Familienunternehmen aber weiterhin. Jetzt unter der Regie von Armin Weigand stand 2007 die nächste Innovation an: Mit dem neuen Esprit-Store im Erdgeschoss wurde das modische und junge Segment weiter ausgebaut. Auch die Auswahl an großen Größen wuchs. Zum Schwerpunkt wurde das deutlich erweiterte Angebot für festliche Mode. Zusätzliche Fabrikate und die Ausstellung auf vielen Hochzeitsmessen vertieften dieses Angebot. Die traurige Nachricht des Jahres 2007 war der überraschende Tod von Firmengründer Franz-Josef Vetter, dem seine Frau Maria Ende 2010 folgen sollte.

Im Jahr 2010 machte Geschäftsführer Weigand aus dem Jeanstreff den hochmodernen In-Laden namens „Stoffwechsel“ mit Top-Modemarken für eher jüngeres Publikum. Für die jungen Leute war das eine gerne angesteuerte Adresse, zumal viele Labels in Schweinfurt erstmals in diesem Modehaus angeboten wurden.

2011 wurde dann natürlich auch das 50. Wiegenfest mit Aktionen und Angeboten gefeiert. „Vertrauensvolle Mitarbeiter, die sich mit unserem Haus identifizieren, sind für uns eine Kostbarkeit, daher war und bleibt die eigene Ausbildung eine Selbstverständlichkeit“, so Armin Weigand. Mit Frank Beckmann steht ihm seit 2013 ein kompetenter und motivierter gleichberechtigter Geschäftsführer zur Seite. Beckmann leitete nach seiner Lehrzeit im Haus der Mode für den Herrn den Einkauf, entschloss sich 2005 nach 15 Jahren im Unternehmen zu einem Tapetenwechsel bei Marco Polo, ehe der „Rückruf“ nach Schweinfurt kam.

Die beiden Geschäftsführer sahen gleich danach die Zeit reif für eine erneute Modernisierung. 2014 fand der Umbau des Erdgeschosses statt, 2015 folgte das Untergeschoss, Klimaanlage neu, Beleuchtung neu, modernes Design, man fühlt sich einfach wohl. 2017 dann die Entscheidung, im einstigen Jeanstreff und Stoffwechsel die „Große Klasse“ zu eröffnen. Der Name im über die Wolfsgasse erreichbaren Laden ist Programm: Herren und Jungs mit größerem Umfang finden dort von der Jacke übers Hemd bis hin zur Hose alles in den Größen von 3XL aufwärts. Das Geschäft läuft gut, offensichtlich eine vorherige Marktlücke.

Das Wichtigste ist und bleibt für Weigand und Beckmann allerdings der Kunde und hier der Servicegedanke. Im Haus der Mode für den Herrn werden Premium-Beratung, Leidenschaft, Kompetenz, Tradition, Qualität und Persönlichkeit von den beiden Chefs und allen 13 Mitarbeitern gelebt. „Ohne Beratung und Begeisterung hat man heute keine Chance mehr“, sagt Armin Weigand. Und Frank Beckmann weiß, dass „ganz viele Kunden sich an der Kasse für den guten Service bedanken, weil sie den eben nicht überall bekommen“. Die Philosophie findet sich auch hübsch gestaltet und unübersehbar an einer Wand im Geschäft.

Diese freundlich kompetente Beratung in einem familiären Umfeld und die Begeisterung des Teams ist auch mit der Hauptgrund dafür, dass das Modeunternehmen die Corona-Zeiten vergleichsweise gut überstanden hat. Die Kunden hielten dem Haus der Mode für den Herrn jedenfalls die Treue, kauften via Click & Meet oder Click & Collect ein.

Heuer nun der 60. Geburtstag im Haus der Mode für den Herrn mit seinem erfolgreichen Mix aus Junger, Festlicher und Casual-Mode, der selbstredend gebührend gefeiert wird. Seit dem 20. September laufen Aktionswochen mit vielen Geburtstags-Überraschungen.