Literatur im Groschenheft Dezember 2021 – Peter Hub

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Schauspieler, Rezitator, Stepptänzer, Performancekünstler und Schriftsteller: Peter Hub

Im Dezember gibt es ein paar Kostproben aus der Schreibwerkstatt von Peter Hub, freier Schauspieler, Rezitator, Stepptänzer, Performancekünstler und Schriftsteller. In jüngster Zeit entpuppte er sich auch schon als stimmungsvoller Klangkünstler auf der Handpan.

Zu seinen Steckenpferden gehören szenische Lesungen und Rezitationen von Gedichten, insbesondere aus dem Werkzeugkasten von Ringelnatz oder Tucholsky. Peter Hub folgt in den Geschichten und Gedichten, die er selbst schreibt, diesen Spuren. Er liebt das Groteske und den schwarzen Humor. Ein schelmisches Augenzwinkern fehlt selten. Die Melancholie eines Clowns, die kleine Traurigkeit des Alltags, das spürt man in den Versen von Peter Hub. Sie kommen daher in knapper, präziser, unpathetischer Sprache.

Zu Hubs Texten passt sehr gut eine Aussage von Ferdinand von Schirach: „Wenn man ganz in der Welt ruht und alles für einen in Ordnung ist, dann wird man kein Schriftsteller.“

Seit 1995 ist Peter Hub aktives Mitglied in der Schweinfurter Autorengruppe SAG.
www.peterhub.de

Vier Gedichte aus dem Schatzkästlein von Peter Hub:

Heiner
Ich lache über Heiner,
den Clown, der ist mir einer,
mit seiner Nase rot.

Morgen ist der Heiner
nicht mehr und nicht mehr einer,
denn morgen ist er tot.

Dann ist der Heiner keiner. –
Das macht ihm nichts, dem Heiner,
dem Clown so rot und tot.

Am Bahnhof
Ich sitze
und schaue auf die Gleise,
Züge, haufenweise,
stehn,
zur Abfahrt schon bereit.
Sommerhitze
macht sich breit.
Menschen gehn,
manche eilen
zu ihrem Zug.
Ich schreibe ein paar Zeilen,
und wie im Flug
vergeht die Zeit.

Die ersten Züge starten,
beginnen ihre Fahrten
nach irgendwo.
Nach Wien,
Berlin,
nach Itzehoe.
Keiner kann mehr warten.
Ich schwitze.
In der Sonne dampft der Teer.
Es wird leise.
Der Bahnhof ist fast leer.
Ich sitze
und schaue auf die Gleise.

Ich lache
Ich lache
über meine Schwäche,
meine Ängste,
und ich mache
eine kleine, freche
Geste. – Denkste
sag ich –
und ich lache.

Gut
Wenn Schmetterlinge
buntbemalt
an mir vorüberfächeln,
Kinder lächeln,
mir eine Frau,
die mir gefällt,
mich liebt,
entgegen strahlt,
dann bin ich guter Dinge.

Wenn jemand einen Schnaps bestellt,
ihn zu mir schiebt
und leise raunt:
er ist bezahlt,
dann bin ich gut gelaunt.