Der siebte Roman von Hanns Peter Zwißler: „Kaczmareks Arche“

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„Kaczmareks Arche“, das ist der Titel des siebten Romans des Schweinfurter Romanciers Hanns Peter Zwißler. Nach Titeln wie „Die Kunst des Scharfrichters und der Nutzen des Schafotts“, „Die winkende Katze“, „Witwerverbrennung“, „Das Rascheln des Glücks“, „Rigolettos Hut“ wieder ein bildhaltiges Versprechen.

Kaczmarek, gebürtiger Usbeke, hält die Infrastruktur zweier maroder Wohnblocks in Gang, die nach dem Willen zwielichtiger Investoren am Bestandsschutz vorbei zum Abriss verwohnt werden sollen. Kaczmarek ist Mittelpunkt und Ansprechpartner der sozial zusammengewürfelten Hausbewohner.

Der Ich-Erzähler Felix Karbacher, Doktorand der Soziologie, kommt im Rahmen sozialer Studien hinzu. Eigentlich nur Gast auf Zeit, verstrickt er sich, in den Sog Kaczmareks genommen, zunehmend in die Einzelschicksale seiner Mitbewohner. Das sind Alte und Junge, Gewinner und Verlierer, Altsässige und Migranten, Weltoffene und Faschistoide, insgesamt solche, deren Existenz sich an Kaczmareks Arche klammert, an die schon die Abrissbirne herangefahren wird.

Karbachers Unentschlossenheit im Bezug zu Frauen ist ein Leitmotiv, das sich durch die Romanhandlung hindurchzieht.

der Schweinfurter Romanciers Hanns Peter Zwißler

Zwißler wurde als „stimmgewaltiger Erzähler“ apostrophiert. Das gilt natürlich auch für seinen Ich-Erzähler Karbacher. In diesem mischen sich scharfe Beobachtung, Lust am Außergewöhnlichen, Sinn für Komik und auch eine gewisse Melancholie, die der Empathie mit seinem Umfeld geschuldet ist.

 

Hanns Peter Zwißler, Kaczmareks Arche, Roman, 176 Seiten, Broschur mit Fadenheftung, ISBN 978-3-8260-6404-3, 19,80 €.